Archiv für den Monat: Mai 2015

Alte und neue Bekannte

In Horta waren wir genau am richtigen Ort :-), um alte Bekannte wieder zu treffen oder auch um Neue kennenzulernen. Die meisten Segler, die aus der Karibik vor dem Beginn der Hurrikan-Saison nach Europa zurück kommen, legen einen Stopp auf den Azoren ein. Wir waren schon gespannt, welcher unserer Segelfreunde wir hier in den nächsten Tagen wohl treffen würden.

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Kommt man als Segler nach Horta auf der Insel Faial, ist ein Besuch des berühmten „Peters Cafe Sport“ obligatorisch. Nach unserem ersten Rundgang am Samstagvormittag und dem Besuch des Bauernmarktes war die Seglerkneipe auch für uns ein „must have seen“ Ziel auf unserer Route.

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Da kein Tisch mehr frei war, fanden wir noch zwei Plätze am Tisch eines älteren Ehepaares. Schnell kam man ins Gespräch. Die beiden Engländer David und Ann von der SY RESTING GOOSE waren weit herumgekommen auf den Weltmeeren und hatten viel Interessantes zu erzählen. So blieb es nicht nur bei einem gemeinsamen Mittagessen und wir folgten der Einladung auf einen Kaffee an Bord der RESTING GOOSE natürlich gern. Im Endeffekt wurde dann wie es sich für eine ordentliche englische Einladung gehört doch Tee getrunken, der ganz hervorragend zu den madeirischen Honigkuchen passte, die wir von der SUMMER mitgebracht hatten.

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Ab halb fünf wurde die Bord-Bar geöffnet, da uns der Gesprächsstoff immer noch nicht ausgegangen war :-). Erst nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, machten wir uns auf den Heimweg. Zum ersten Mal konnten wir an diesem Abend die Aussicht auf den Vulkan Pico genießen, der hinter der dicken Wolkenschicht hervor gekommen war. Ein wirklich stimmungsvoller Anblick.

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Ann und David verließen leider am nächsten Morgen Horta, aber nicht ohne noch eine kleine Abschiedsrunde um die SUMMER zu drehen. Auf Terceira sind wir aber in Kürze wieder verabredet. Vielleicht sogar zu einer gemeinsamen Regatta auf der RESTING GOOSE. Das wäre natürlich eine besondere Herausforderung 🙂

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Nach und nach kommen die Boote der Nordatlantik-Runde auf den Azoren an. Sie sind nach einer oder mehreren Saisons in der Karibik auf dem Rückweg in die europäischen Gewässer, in die Nord- oder Ostsee oder ins Mittelmeer. So trafen wir am Sonntag auf die SY MAN SUUTJE, die mit Paul und Freunden mit straffem Zeitplan zurück  in die Ostsee unterwegs war.

Beim Mittagessen in der Altstadt hatten wir mit gierigen „Mitessern“ zu kämpfen. Die Spatzen hier auf der Insel stehen wohl auf Fast Food 🙂

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KHX_2520.jpgNach einem weiteren Bummel durch die Altstadt, ging es noch kurz nach Porto Pim, das nur einen Katzensprung entfernt auf der Südseite der Bucht liegt.

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Die Crew von der MAN SUUTJE fand trotz der Eile noch Zeit  für einen netten gemeinsamen  Abend in Peters Bar. Dabei lernten wir auch Frank von der SY TRALAFITI kennen, der gleich mehrere Jahre in der Karibik verbracht hatte. Seine Internetseite werden wir noch ausgiebig studieren 🙂 Schon an dem einen Abend bekamen wir viele hilfreiche Tipps und genossen viele lustige Geschichten aus den Seglerwelt.

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Auf nach Faial – der Insel der Weltumsegler

Der Abschied von Santa Maria fiel uns an diesem Morgen wirklich leicht 🙂 Ein Blick zurück auf die dunklen Regenwolken ließ uns schnell die Segel setzen und das Weite suchen 🙂

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Keine Wunder, dass die Azoren so grün und üppig bewachsen sind, an Niederschlägen scheint es hier nicht zu mangeln :-). Aber meistens ist der Spuk schneller wieder vorbei als gedacht und auf Regen folgt im Allgemeinen wieder Sonnenschein.

Knapp zweihundert Seemeilen lagen vor uns, aber die Bedingungen waren viel freundlicher als auf unserem letzten Schlag von Madeira zu den Azoren. So war diesmal Seekrankheit kein Thema und die Zeit verging wie im Flug mit Lesen, Planen, Kochen, Spülen und Schlafen. Zweimal besuchten einige Delfine unsere SUMMER. Das ist ja immer wieder eine gelungene Abwechslung und ein schönes Highlight 🙂

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Im Laufe des Freitags kam die Insel Pico in Sicht und wir folgten ihrer Küste weiter in Richtung Westen. Der Vulkan Pico verbarg sich aber die ganze Zeit in den Wolken. Mal sehen, wann wir ihn zu Gesicht bekommen würden.

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Mit Schmetterlingsbesegelung machten wir trotz nachlassendem Wind weiterhin noch gute Fahrt. Aber ungefähr zehn Seemeilen vor unserem Ziel schlief der Wind endgültig ein 🙁 und wir mussten die Maschine starten. Der Atlantik lang platt vor uns wie ein Ententeich. Immer wieder trieben sogenannte „Portugiesische  Galeeren vorbei 🙂 Vom Boot aus sind sie wirklich schön anzuschauen. Beim Tauchen möchten wir aber besser keine davon treffen weil deren lange Nesseln enorm brennen und weh tun wenn sie die Haut berühren.

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Auch eine kleine Schildköte kreuzte noch unseren Weg, so dass wir noch kurz vor unserer Ankunft eine Ehrenrunde drehten, um die Schöne ausgiebig zu bestaunen.

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Faial zeigte sich auf den ersten Blick ähnlich einladend wie Santa Maria 🙂

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Aber wir ließen uns von den Regenwolken nicht abschrecken und erreichten gegen acht Uhr den Hafen Horta. Hier war wirklich etwas los. Boote aus aller Welt wohin das Auge blickte. Zuerst machten wir unsere SUMMER am Rezeptionssteg fest. Der Hafenmeister wies uns einen Platz im „Päckchen“ mit anderen Yachten an der Hafenmauer zu, aber wir konnten ihn überzeugen uns die Erlaubnis zu geben, im Vorhafen vor Anker gehen zu dürfen.

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Jetzt genießen wir die himmlische Ruhe und die schöne Aussicht auf die Marina. Morgen, wenn wir ausgeschlafen haben, werden wir das Dinghi klar machen und dann den ersten Inselausflug wagen 🙂

 

Schon wieder auf dem Sprung

Den gesamten Dienstag verbrachten wir mit der Planung der nächsten Etappen unserer Reise. Mit dem vernünftigem  Internetzugang hier konnten wir auch mal wieder alle nötigen Updates auf Computer und, Seekarten und unserer Navigation spielen. Außerdem suchten wir für unsere Azoren-Unterwasser-Abenteuer eine geeignete Tauch-Basis. Am Ende des Nachmittages stand dann fest, dass wir am Donnerstag nach Horta auf Faial weitersegeln werden. Dies war ja unser ursprünglich geplanter erster Anlaufpunkt auf den Azoren. Santa Maria werden wir erst Ende Juni wieder besuchen, um hier ausgiebig zu Tauchen. Ende Mai hatte die Tauchsaison hier sowieso noch gar nicht wirklich begonnen. Da sind wir wohl etwas zu früh aufgetaucht 🙂

Für den Abend hatten wir unsere schwedischen Nachbarn Per und Kateryna von der SY SCARLET auf ein Glas Wein auf die SUMMER eingeladen. Sie sind am Montagmorgen kurz vor uns angekommen und lagen nur eine Box von uns entfernt. Schon tagsüber hatten wir uns gut verstanden und viele Ähnlichkeiten (wie zum Beispiel den Vornamen :-)) entdeckt.

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Da man ja besonderen Gästen immer etwas ganz Besonderes anbieten will, hatten wir einen 19 Jahre alten Bordeaux  ausgewählt. Dieser stellte sich beim Öffnen aber als ziemlich unwillig heraus. Der fast 20 Jahre alte Korken ließ sich nur in ganz kleinen Krümeln entfernen und es dauerte ein Weilchen, bis wir zum eigentlichen Flascheninhalt vorgedrungen waren 🙂

Das tat aber der lustigen Rund keinen Abbruch und nach dem Rotwein stiegen die Herren auf ein kindersicheres Getränke mit Schaubverschluss um, den auf Madeira erstandenen Poncha (Mixgetränk aus Rum mit Fruchtsaft). Auch der Korken einer weiteren Flasche Madeirawein stellte sich nicht quer 🙂 und so saßen auch die Damen nicht auf dem Trockenen :-). Gegen ein Uhr beendeten wir die lustige Runde mit dem festen Plan, das Erlebte ganz sicher zu wiederholen.

Entsprechend spät und mühsam begann der Mittwochmorgen. Erstaunlicherweise sind wir aber trotz der interessanten Mischung von weiteren Kopfschmerzen verschont geblieben 🙂 So bereiteten wir unseren nächsten Segeltag vor, backten Brot und kochten einige Gerichte vor. Am Nachmittag trafen wir Steffen von Wahoo-Diving, der Tauchbasis von Santa Maria unserer Wahl. Dem guten Eindruck der Internetseite stand der persönliche Eindruck in nichts nach. Wir freuen uns schon auf Ende Juni, wenn wir wieder auf Santa Maria sein werden und viele interessante Tauchgänge unternehmen werden 🙂

Wie oft vor längeren Schlägen blieb heute Abend die Küche auf der SUMMER kalt. Statt dessen gingen wir mit Per und Kateryna noch einmal nach Vila do Porto und probierten das vom Hafenmeister empfohlene Restaurant. Wie so oft ein guter Tipp 🙂

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Im der Marina gab es im Anschluss noch einen „Abschieds-Pina Colada“ auf der SY SCARLET. Gegen elf Uhr mussten wir den Abend aber leider schon beenden. Morgen früh um sieben würde der Wecker erbarmungslos klingeln. Um am Freitag noch im Hellen in Faial anzukommen, müssen wir pünktlich um acht die Leinen loswerfen.

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Aber in gut zwei Wochen werden wir uns auf Terceira wieder treffen 🙂 und darauf freuen wir uns jetzt schon.

 

Erste Eindrücke aus einer anderen Welt

Knapp 1400 Kilometer westlich von der portugiesischen Küste mitten im Atlantik liegen die Azoren. Nach Westen muss man nur weitere 4200 Kilometer zurücklegen, um die amerikanische Küste zu erreichen. So war die Inselgruppe, die neben mehreren kleinen aus neun größeren und bewohnten Inseln besteht, schon früh für die Seefahrer aus aller Welt ein beliebter und strategisch wichtiger Anlaufpunkt. Im zweiten Weltkrieg wurden hier die amerikanischen auf ihrem Weg nach Europa und wieder zurück in die USA Langstreckenbomber noch einmal aufgetankt. Somit waren die Azoren auch aus militärischer Sicht ein sehr wertvoller Stützpunkt.

Nachdem wir uns nach unserer Ankunft erst einmal mit einem ordentlichen Weißwurstfrühstück gestärkt hatten und uns im Anschluss eine entspannte Schlafpause gegönnt haben, zogen wir los zu einer ersten Erkundungstour.

Wir sind auf Santa Maria, der östlichsten Insel der Azoren,gelandet. Sie hat eine Fläche von 97 Quadratkilometern und wird von nur fünfeinhalb tausend Menschen bewohnt.

Der Hafen ist sehr gepflegt und gut vor Wind und Wellen geschützt. Hier werden wir sicher gut und sicher schlafen können 🙂 Es waren noch viele Liegeplätze frei und mehrere Yachten stehen noch im Winterlager an Land. Anscheinend hat die Azoren-Segel-Saison hier noch nicht wirklich begonnen.

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Die Landschaft um den Hafen ist für uns ungewohnt grün und üppig bewachsen :-). Direkt oberhalb des Hafens liegt die größte Stadt der Insel: Vila do Porto. Mal sehen, was die so zu bieten hat 🙂 Einen kurzen Fußmarsch später befanden wir uns auch schon im Zentrum.

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Kirchen gibt es auf jeden Fall eine ganze Menge, aber auch für das leibliche Wohl wird umfangreich gesorgt. Mehrere Restaurants und Bars und zwei gut sortierte Supermärkte ließen keine Wünsche offen.

Direkt außerhalb des Städtchen war man gleich wieder mitten in der beeindruckenden Natur. Hier würde man sicher wunderbar wandern können. Vorher müssten wir aber nochmal ein erstes Wort mit dem Wettergott reden. Denn im Regen ist das ja nicht so lustig 🙂

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Zurück in der Marina glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Natürlich war uns vom Fischreichtum der Azoren berichtet worden :-), aber daß die Rochen schon im Hafen vom Steg aus zu sehen waren, hatten wir nicht erwartet 🙂 Jetzt freuen wir uns natürlich ganz besonders auf die hier geplanten Tauchausflüge.

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Drei Tage und 19 Stunden – ein Rückblick

Am Tag unserer Abreise habe ich noch versprochen, Euch auch von unterwegs aus auf dem Laufenden zu halten. Aber auf dieser Tour ist mir mal wieder die Seekrankheit dazwischen gekommen 🙁  So wurde nichts aus dem geplanten Blog-Schreiben. Auch all die leckeren Sachen, die ich eingekauft und vorbereitet hatte, gingen zum größten Teil in Dietmars Magen 🙂 Mein Motto dieser Überfahrt: Mit der Segel-Diät zur Traumfigur 🙂

Aber jetzt mal von Anfang an. Donnerstagmittag verließen wir pünktlich die Marina von Quinta do Lorde und segelten in Richtung Osten von Madeira. Als wir die Landabdeckung hinter uns gelassen hatten, zeigte sich der Atlantik von seiner rauen Seite mit einer knapp drei Meter hohen Welle schräg von vorne. Der angesagte Nordostwind wurde im Windschatten von Porto Santo leider in Richtung Nord abgelenkt und wir mussten uns mühsam hoch am Wind an der Nordseite von Madeira vorbeikämpfen.

Immer wieder drückten uns die Wellen aus dem Kurs und „Otto“, unser zuverlässiger Autopilot, steuerte kräftig dagegen. Dies führte zu einem schwer verdaulichen Schaukelkurs, der mir deutlich auf den Magen schlug :-(. Aber das war noch nicht alles. Immer wieder widersprach die Schiffsbewegung der Wellenbewegung und unsere SUMMER wurde hart abgebremst oder hing plötzlich mit dem Bug in der Luft. Die zum Teil kräftigen Windböen sorgten immer wieder für wechselnde Schräglagen. Perfekt war unsere Achterbahn-Fahrt.

Der Lärm im Schiff war beeindruckend. Eigentlich war alles gut verstaut, aber unsere SUMMER sortierte alles wieder neu. Auch unser Schutzengel wurde kräftig durchgeschüttelt 🙂

Wir liefen nur mit Fock und 30 % des Großsegeln gleichmäßig zwischen fünf und sieben Knoten. Nachdem wir Madeira hinter uns gelassen hatten, konnten wir die Segelstellung bis zur östlichsten Azoreninsel Santa Maria unverändert lassen. Eigentlich war also alles prima, wenn nur das „Wellen-Gehopse“ und „Rechts-Links-Gerolle“ nicht so anstrengend wäre. Keinen Schritt konnte man sich bewegen, ohne sich mit mindestens einer Hand irgendwo ordentlich festzuhalten. Das Deck wurde alle paar Minuten kräftig mit Meerwasser geflutet. Wir hatten es uns schon länger unter Deck gemütlich gemacht und freuten uns darüber, dass man mit einer Decksalonyacht auch von Drinnen alles gut im Blick hat.

So musste Dietmar auf dieser Tour wieder den gesamten Service übernehmen, während ich es mir in meiner Lieblingsecke im Salon gemütlich gemacht hatte. Im Essen aufwärmen ist mein Kapitän schon nicht mehr zu schlagen 🙂 und meistens bin ich ja auch nach zwei bis drei Tagen wieder fit.

Am Sonntagabend entschieden wir gemeinsam, nicht noch 200 Seemeilen weiter bis nach Faial durchzusegeln, sondern die erste mögliche Insel anzulaufen: Santa Maria. Um nicht morgens um drei in der Dunkelheit dort im Hafen anzukommen, reduzierten wir die Segelfläche noch weiter und bummelten mit vier bis fünf Knoten unserem Ziel entgegen. Am Montagmorgen um acht Uhr sind wir dann nach 517 Seemeilen endlich angekommen :-).

 

 

Lebenszeichen SY SUMMER

Hallo Landratten,

nur ein kurzes Lebenszeichen vom windigen Atlantik. Wir haben die ersten 270 NM hinter uns gebracht und sind gerade auf 35°01′ Nord und 020°42′ West auf dem Weg nach Faial. Katja hat es mal wieder zeitweise erwischt, aber nicht so schlimm wie sonst. Es ist schon anstrengend, Tag und Nacht am Wind zu segeln. Die ganze Zeit unter Fock und Gross mit 30% bei 18-24 Knoten Wind aus NO bei durchschnittlich 6,2 Knoten Speed. Wir haben noch 430 NM vor uns. Das Schiff ist trocken und die Technik funktioniert. Wir sind uns sicher, dass wir für den langen Weg durch die Schönheit der Azoren belohnt werden. Melde mich jetzt mal ab und wünsche Euch ein schönes Wochenende:-)

Bis bald!

Auf zu den Azoren

Verhungern werden wir in den nächsten Tage sicher nicht 🙂 Gestern haben wir noch ordentlich Obst, Gemüse und andere Leckereien eingekauft. Jetzt ist alles sicher für die Überfahrt in den Schapps verstaut.

Sicherheitshalter habe ich für die ersten Tage auf See auch noch vorgekocht, da ich ja meiner „Seefestigkeit“ zu Beginn einer windigen Überfahrt immer noch etwas misstrauisch gegenüber stehe :-).  Und natürlich klebt das „Anti-Seekrankheitspflaster“ auch schon hinter meinem Ohr. Dann sollte wohl nichts mehr schief gehen.

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Gleich geht es also los zu den Azoren. Die Wettervorhersage sieht super aus und wir hoffen auf eine schnelle und angenehme Überfahrt ohne besondere „Abenteuer“. Wir werden Euch natürlich über die Internetseite mit den Positionsreports und kurzen Blogs auf dem Laufenden halten. Leider wie immer ohne „ä,ö,ü und ß“ , da sich die Buchstaben per Funk nicht übertragen lassen. Wir hoffen, Ihr habt trotzdem Euren Spaß 🙂

Welcome back to Madeira

Die Zeit in Deutschland ist wie immer „wie im Flug“ vergangen und heute ging es schon wieder zurück mit Air Berlin von Düsseldorf nach Madeira, zurück zu unserer SUMMER. Eine Woche hat sie es ohne uns aushalten müssen 🙁 und das sah man ihr auch an. Anscheinend war in der letzten Woche ein kleiner Sandsturm über Madeira gezogen und hatte alles mit einer dunkelbraunen Sandschicht überzogen. Den Sand hat der Calima aus der Sahara über den Atlantik bis nach Madeira transportiert. Für die bessere Haftung ist wohl auch ein klein wenig Regen im Spiel gewesen, genau so viel, dass sich der Sand perfekt auf allen weißen und polierten Oberflächen festsetzen konnte.

Bevor Dietmar das erste mal überhaupt unter Deck ging, verpasste er seiner SUMMER erstmal eine ausgiebige Wäsche, während ich die zwei großen Reisetaschen unter Deck auspackte. Wie immer hatten wir uns bemüht, die erlaubte Gepäckmenge von 23 Kilo voll auszunutzen. 22,5 Kilo hat unsere eine Reisetasche auf die Waage gebracht :-). Die andere Tasche war für solche Mengen aber einfach zu klein. Im meinem Rucksack hatten noch zwei Kilo frische Erdbeeren und 2 Kilo Spargel Platz gefunden. Die Gepäckkontrolle hatte sicher beim Durchleutchen unserer Taschen kräftig den Kopf geschüttelt 🙂

Schon in Deutschland hatten wir beschlossen, möglichst bald in Richtung der Azoren aufzubrechen. Und das Wetter verspricht für den Törn perfekt zu werden. Noch immer weht der Wind stabil aus Nordost und eine Änderung ist nicht in Sicht. Morgen werden wir die Einkäufe erledigen und Donnerstag gegen Mittag wollen wir uns auf den Weg machen 🙂

 

 

Azoren-Wetter :-(

Seit wir auf Madeira sind, beobachten wir das Wetter, denn der nächste Schlag zu den Azoren ist mit knapp 700 Seemeilen recht lang.

Ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen zog in den letzten Wochen an den Azoren vorbei und brachte viel Wind oder auch Sturm oder Orkan und unerfreulich hohe Wellen mit. Für uns war ja sowieso klar, dass wir erst nach unserer Rückkehr aus Deutschland lossegeln konnten, aber bisher hätte sich für uns auch kein akzeptable Wetterfenster gezeigt 🙂

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Zur Erklärung der Wetterkarte:

Wir möchten gern von der grünen Markierungsnadel (unten rechts im Bild)  zur Roten (oben links im Bild) segeln (schwarze Linie). Die Farben in der Karten stellen den Wind zu einem bestimmten Zeitpunkt dar. Von Blau, über Grün bis hin zum Orange/Rot nimmt der Wind zu. Die Zahlen rechts neben den kleinen Wettersymbolen in der Karten geben die Windstärke in Böen an und die Pfeile die Windrichtung. Die Zahl über den kleinen Wettersymbolen gibt die Wellenhöhe an.

So hätten wir an diesem Tag ganz schön kräftig ( bis zu 47 Knoten) Wind auf die Nase bekommen. Das will ja nun wirklich niemand 🙂

Aber ab heute war es das 🙁 Fünf Tage optimale Bedingungen, Wind zwischen 10 und 20 Knoten aus der richtigen Richtung und kaum Welle. Was sollte das jetzt?

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Heute Abend sitzen wir im Flieger nach Deutschland. Können wir das Wetter nicht vielleicht eine gute Woche verschieben?

Reisevorbereitungen

Wenn es nach Deutschland geht, muss vorher viel erledigt werden. Nicht nur, dass sich bei meinen Eltern schon die Pakete stapeln, die wir im Vorfeld im Internet bestellt haben, auch reisen immer nutzlose Dinge, die zum Wegschmeißen oder Verschenken einfach zu schade sind, wieder mit zurück. So ist es immer eine gute Gelegenheit, mal ganz gründlich klar Schiff zu machen 🙂

Auf der anderen Seite will man ja auch den Leuten, die man nach langer Zeit mal wieder trifft, etwas mitbringen 🙂 Madeira hat ja mit dem Madeirawein und verschiedenen anderen Leckereien viele Möglichkeiten, anderen eine ungewöhnliche Freude zu machen.

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Da Shoppen (mit wenigen Ausnahmen, die im Allgemeinen vier Räder oder einen Rumpf haben) nicht so Dietmars Sache ist, fuhr ich heute Nachmittag alleine nach Funchal. Nach meinem letzten Einkauf in der Markthalle war ich auf der Hut. Hier würde ich zwar alles bekommen, was ich mitnehmen wollte, aber würde der Preis auch passen oder würde ich mich nachher wieder ärgern?

In der Stadt angekommen fiel mir gleich das riesige Kreuzfahrschiff im Hafen aus. Heute war hier richtig Trubel. So war ich wenigsten nicht das einzige Opfer und konnte mich an den Marktständen in Ruhe umschauen.

Nach meiner letzten Einkaufserfahrung machte ich erstmal einen Bummel über den Markt, um die Preise zu vergleichen. Eigentlich sind alle Waren ausgezeichnet, aber viele Schilder sind liebevoll so zwischen den Waren drapiert, dass man den Preis nicht lesen kann. Oder die Schrift ist extra klein und undeutlich 🙂 Die Preisspannen waren wirklich beeindruckend. Für ein Kilo Annona konnte man zwischen einem und zehn Euro bezahlen. Und es war nicht so, das die Teuren die bessere Qualität hatten und andersherum.  So kaufte ich zwei große Annona und musste dafür einen Euro berappen, außerdem nahm ich noch ein Kilo Maracujabananen für knappe drei Euro mit. Die durfte ich mir sogar selber aussuchen, so dass nur ganz besonders schöne Früchte in meine Tüte wanderten . So machte Einkaufen Spaß.

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So kann ich jedem, der mal nach Madeira und nach Funchal kommt, die Markthalle sehr empfehlen, denn mit offenen Augen hat man hier unglaublich viel Auswahl und super Qualität auch zu vernünftigen Preisen 🙂

Nach zwei Stunden hatte ich alle Einkaufe erledigt und fuhr zurück zum Hafen. Zum Einpacken ist ja morgen noch genug Zeit. Heute Abend werden nochmal fleißig Emails geschrieben, der Blog aktualisiert und der Newsletter verschickt. Ein gutes Gefühl, wenn alles auf Stand ist, bevor man verschwindet. Morgen am Vormittag wollen wir noch gemeinsam das Boot schön sauber machen, die letzte Wäsche waschen und pünktlich um 17 Uhr wird unser Flieger in Richtung Düsseldorf abheben.