Kategorie-Archiv: Allgemein

Unsere schönsten Bilder aus dem zweiten Halbjahr 2016

Schon zum vierten Mal lädt Michael von „Erkunde-die-Welt“ zur Fotoparade ein. In sechs Kategorien darf man seine schönsten Bilder des zweiten Halbjahres 2016 vorstellen.  Eine tolle Idee, bei der wir immer gern dabei waren und auch dieses Mal wollen wir Euch unsere schönsten Bilder des letzten Halbjahres nicht vorenthalten.

Tierisch

Diese Kategorie liebe und hasse ich zugleich. Tiere gehören zu meinen Lieblingsmotiven und dem entsprechend zahlreich sind die Bilder, die sich in sechs Monaten angesammelt haben.

So habe ich den schönen und farbenfrohen Papagei für diese Kategorie ausgewählt.

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Den wunderschönen Schmetterling und den beeindruckenden Weißkopfseeadler wollte ich Euch aber nicht vorenthalten :-).

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Berühmt

Bei unserem Besuch in Washington haben wir viele berühmte Gebäude sehen dürfen, aber das Washington Monument in Licht der untergehenden Sonne hat es mir besonders angetan.

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Gewachsen

Bei Thema „Gewachsen“ habe ich zuerst an ein Bild mit Pflanzen gedacht, bis ich mich an unseren Besuch in der Tropfsteinhöhle in Luray erinnerte. Besonders gut gefällt mir dieses Bild mit der Spiegelung in dem glasklaren, unterirdischen See.

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Nachts

Im botanischen Garten von Norfolk konnte ich diese tolle Stimmung einfangen, die mir von meinen Nachtbildern am Besten gefällt.

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Gebäude

Natürlich habe ich das Bild für diese Kategorie bei der Durchsicht meiner Bilder aus New York gefunden. Direkt vor dem Grand Central hatte man eine tolle Aussicht auf der Crysler Building.

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Lieblingsbild

Dieser Sonnenuntergang in Maine ist mein Lieblingsbild aus dem zweiten Halbjahr 2016. Ein wunderschöner Platz, der es wert ist, besucht zu werden 🙂

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Eine kleine Zugabe: Natur

Dieses Herz ist mir auch in Maine über den Weg gelaufen. So ein Motiv hält die Natur nicht oft für uns bereit 🙂

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Ich hoffe, dass Euch unsere Bilder des letzten Halbjahres gefallen haben. Wer mehr sehen will, braucht nur einen Blick in die Bildergalerie zu werfen. Die Ostküste der USA ist sicher eine Reise wert 🙂

Viva Columbia….oder ein echt windiges Vergnügen

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Uwe und mir war von vornherein klar, dass die Reise nach Santa Marta eine Bewährungsprobe werden würde. Kurz vor Santa Marta kam es dann aber richtig dicke für uns als wir das Kap im Norden des Landes passiert hatten. Der Wind nahm von 30 Knoten auf heftige 40-50 Knoten schlagartig zu. Wir haben das Vorsegel schnell eingerollt und sind nur mit dem Großsegel im zweiten Reff in 3-4 Meter hohen konfusen Wellen unserem Ziel entgegen gerauscht. Ich hatte wirklich alle Schwierigkeiten CESARINA auf Kurs zu halten und die heftigen Böen von bis zu 50 Knoten auszusteuern. Irgendwann hatten wir dann aber die Bucht vor Santa Marta erreicht und beschlossen, den Anker vor der Marina zu werfen, und in Ruhe zu überlegen, wie wir weitermachen würden.

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Es sah schon gruselig aus zu sehen, mit welcher Gewalt der starke Wind die Yachten an den Klampen und Leinen der Stege reißen ließ. Immer wieder zeigte unsere Windanzeige einen Wert von 46 Knoten an! Wir checkten die Wettervorhersage und sahen, dass es die nächsten Tage nicht besser sondern eher schlechter werden sollte. Also gab es keine andere Wahl. Wir mussten da rein!

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Nachdem wir 15 Minuten im Hafenbecken gekreist sind, bekamen wir unseren Liegeplatz am Ende von Steg E zugewiesen. Jetzt ging es um die Wurst! Rückwärts gegen den Wind in die Box und dann auch noch kurz vor der Steinmauer am Ende des Beckens. Es war mir klar, dass ich nur einen einzigen Versuch haben würde, CESARINA in die Lücke zu manövrieren. Andererseits hätte uns der Wind sehr bedrohlich werden können.

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Also positionierte ich das Schiff in einem Winkel von 70 Grad vor der Box und gab dann Vollgas zurück. Der sogenannte Radeffekt zog das Heck dann mit dem Heck elegant und perfekt nach Backbord in einem Bogen in die Lücke hinein. Nach 2 Minuten lag CESARINA dann seitlich an dem Steg und Uwe meisterte perfekt seinen Job, die Festmacherleinen an den richtigen Stellen zu positionieren. Am Steg warteten bereits mehrere Freunde und der Dockmaster. Die meisten schienen beeindruckt gewesen zu sein (glaube ich), wie souverän und ruhig das Manöver abgelaufen war. Diese Herausforderung hatten wir also auch gemeistert.

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Am Abend gab es dann mächtig was zu trinken und wir feierten unseren ersten gemeinsam und erfolgreichen Törn. So kann es gern bis nach Australien weitergehen. Am Mittwoch den 18. Januar soll es dann weiter gehen in Richtung Panama!

30 KG geballte Weiblichkeit und Bratkartoffeln über Bande

Es war ein ungewöhnlicher Montag Nachmittag. Solch ein lautes Geschrei hatte ich bisher von meiner Angelrolle auch noch nicht gehört als sich scheinbar etwas ziemlich Großes an dem Schleppköder verbissen hatte. Nur fünf Hechtsprünge aus dem Cockpit zum Heck waren nötig bis ich die Angelrute erreicht hatte ,um die Bremse etwas anzuziehen damit der Fisch am anderen Ende nicht mehr so viele Meter Schnur von der Rolle ziehen konnte. Eines war klar, es hing ein richtig kapitaler Kamerad am Haken und wehrte sich mit Leibeskräften dagegen an Bord der CESARINA kommen zu müssen. Die Spannung wuchs und Uwe hatte die Kamera im Anschlag, um die ganze Aktion zu filmen. Nach ca. 30 Minuten Drill und mächtig müden Armen von dem ständigen gegenhalten hoffte ich, dass sich ein grün-gelber Schatten an der Wasseroberfläche zeigen würde. Ich war fest davon überzeugt, dass der Mahi Mahi riesig sein musste. Zu meiner großen Verwunderung zeigten sich aber bald ein paar dunkle und lange Flossen, deren Bewegungen majestätisch und sehr elegant waren. Ab und zu spiegelte sich in dem tiefen Blau des Atlantiks ein dunkler langer Schatten mit grünen und silber-blauen Tupfern. Wenig später sahen wir zwei große Augen und eine sehr große dreieckige Rückenflosse. Jetzt war klar, dass es sich bei dem schönen Tier um einen Blue Marlin handelte, der die Krönung für einen Hochseeangler bedeutet. Schon jetzt war klar, dass diese edle Kreatur keinesfalls in unserem Kochtopf enden würde. Viel zu groß und viel zu edel, um so aus dem Leben zu scheiden. Bei dem Kampfgeist und der Ausdauer des Marlins kam ich zum dem Erebnis, dass es sich um ein weibliches Exemplar handeln musste. Als ich die Dame dann über das Deck gehoben hatte, sahen wir erst so richtig die Dimensionen.Sie war ca. 1,50m lang und hatte ein Gewicht von rund 30 KG. Wenig später verabschiedete sie sich sichlich müde zurück in die Tiefe des Meeres. Dabei wollte ich uns doch nur einen kleinen Fisch zum Abendbrot fangen.

Uwe hat immer das große Glück, dass CESARINA genau dann beginnt Bocksprünge zu machen wenn er sich in die Pantry zum Kochen begeben hat. Heute standen Bratkartoffeln mit Rührei auf dem Programm, was an sich ja schon eine Herausforderung an sich sein kann wenn alles rings um einen herum wild schaukelt und tanzt. Beim Schneiden der Kartoffeln ist es dann passiert. Eine kräftige Welle von der Seite, ein kleiner Ausfallschritt zur Seite und schon rumste sein Kopf erst links und dann frontal wie eine Billardkugel gegen die Wand. Nicht so schlimm weil alle Ecken und Kanten rund sind aber trotzdem nicht gerade angenehm. Nachdem der erste Schreck verflogen war, servierte er später „Bratkartoffeln über Bande“. Wohl bekommt`s 🙂

Mittlerweile sind wir nördlich an der ABC Inseln vorbei gesegelt und werden in 46 Seemeilen die Nordspitze von Kolumbien erreicht haben. Gegen Morgen Nachmittag werden wir dann in die Marina von Santa Marta einlaufen. Vorausgesetzt natürlich, dass der Wind uns wohl gesonnen bleibt. Bin schon sehr gespannt, was uns dort so alles erwarten wird.

Achterbahn par Excellence mit Bratkatoffeln

Um 10:45 hieß es dann endlich „Mittelspring los“ und CESARINA gleitete aus ihrer Box am Steg J der Rodney Bay Marina ins Hafenbecken hinein. Unser Freund Wolfgang aus Regensburg, der auf seiner Reise von Venezuela nach St. Lucia völlig unerwartet den Mast verloren hatte, winkte uns noch so lange hinterher, bis wir den schmalen Kanal zur Rodney Bay erreicht hatten. Für unseren „Commodore“, wie wir ihn freundschaftlich genannt haben, war es sichtlich traurig, uns ziehen zu sehen und für uns ein Hochgefühl, den Hafen nach fünf Wochen Aufenthalt verlassen zu dürfen. Heute um 12:00 sollte das Abenteuer „World ARC Rallye 2017“ per Startschuss endlich beginnen.

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Pünktlich um 12:00 steuerte Uwe unsere CESARINA über die Linie nach Süden in Richtung Castries, der Hauptstadt von St. Lucia. Hinter Castries galt es noch eine weitere Linie zu passieren, bevor dann alle 27 Yachten der Flotte ihren direkten Kurs von 280° auf Santa Marta, Kolumbien anlegten. Bei Castries warteten eine Horde von Booten mit dem Team vom World Cruising Club und Fotografen, um die Flotte zu verabschieden und auf die Reise zu schicken. Während wir mit ausgebaumter Genua auf Steuerbord und festgesetztem Großsegel an Backbord mit 7-8 Knoten gen Kolumbien rauschten, packt das Team des World Cruising Clubs schon die Koffer für den Flug nach Santa Marta. Ein wichtiger Teil der Rallye ist, dass an jedem der Treffpunkte rund um die Welt, Mitarbeiter der World ARC die Floote betreuen und uns z.B. bei Behördengängen, Liegeplätzen, Ausflügen, Organisation usw. unterstützen.

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Gegen Abend meldete sich dann bei uns der Hunger. Jetzt schlug die Stunde von Uwe. Bis jetzt saß er offensichtlich mächtig beeindruckt von den vielen Leinen, Winschen, der ganzen Technik und der gewaltigen See mit ihren hohen Wellen auf seinem Platz im Cockpit. Er segelt auf seiner 43 Fuß Yacht seit vielen Jahren meist auf der Ostsee, aber diese Nummer hier auf dem Atlantik ist doch schon eine ganz andere Liga. Uwe hatte schon am Abend zuvor Kartoffeln gekocht, die er unter Einsatz all seiner Kräfte in der Pantry zu sehr leckeren Bratkartoffeln verarbeitete. In der Hitze unter Deck und der extrem heftig schaukelndem Schiff war das sicherlich keine leichte Aufgabe. Es war für den Anfang wohl doch etwas zu viel für ihn, denn die Kartoffeln durfte ich allein genießen. Der Hunger war ihm jedenfalls vergangen 🙂 Was bin ich froh, einen guten Koch an Bord zu haben.

Nach der allabendlichen Funkrunde um 18:00 auf Kurzwelle verabschiedeten sich alle Besatzungen mit einem Gruß und guten Wünschen in die Nacht. Die erste Wache sollte Uwe übernehmen, da ich von der ganzen Arbeit auf dem Vorschiff immer noch etwas geschafft und müde war. CESARINA war ausgezeichnet eingestellt und lief zufrieden durch die See. Störungen waren nicht zu erwarten und nach einem kurzen Briefing, legte ich mich um 19:30 in die Koje zum Schlafen. Uwe hatte alles im Griff und weckte mich um 01:00 zur Wachablösung. Er hatte seine erste Nacht allein im Cockpit scheinbar sehr genossen. Ein gute Voraussetzung für die nächsten gemeinsamen Monate auf unserem Weg nach Australien. Für mich ist ein gutes Gefühl, einen Freund an Bord zu haben, dem ich meine CESARINA anvertrauen kann und der sie vor allem auch zu schätzen weiß, so wie ich es tun.

So kann es gern weiter gehen! In ca. fünf Tagen werden wir in Santa Marta ankommen und uns auf einige interessante Entdeckungstouren freuen. Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass sich heute ein dicker Fisch den Köder samt Schnur geschnappt hat. Die 1,2mm starke Nylonleine hat er einfach durchgebissen. Uwe konnte es gar nicht glauben als er die Fetzen gesehen hat. Er sagte nur immer wieder, dass ihm seine Freunde aus der Flensburger Förde das nicht glauben würden. Willkommen in der Abteilung „Hochseesegeln“ !

„Herr Kaleun: Melde gehorsamst, Boot ist klar zum Auslaufen „

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Einer der größten Filme in der Geschichte des deutschen Kinos ist für mich unbestritten „DAS BOOT“. Seitdem Uwe an Bord ist und in der Suite im Vorschiff sein Quartier bezogen hat, hat sich auch der Umgangston geändert. Die Schiffsführung wird respektvoll mit „Herr Kaleun (Kapitäns Leutnant) und die Besatzung mit „1 WO“ (Erster Wachoffizier) angesprochen. Ebenso wird an Bord zu jeder Gelegenheit salutiert 🙂 Wir sind beide große Fans und haben den Film so oft gesehen, dass die meisten Szenen fast synchron mitgesprochen werden können. Es fühlt sich einfach alles gut an 🙂

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Die Stimmung an Bord ist gut und die Truppe ist gut gerüstet für den ersten Törn nach Santa Marta/Kolumbien. Die Mannschaft ist voll motiviert bei der Schiffspflege und in der Kombüse.  Am kommenden Samstag um 12:00 (UTC -4) wird die Rallye „Around the World“ gestartet. Natürlich sind wir alle aufgeregt und schon voller Vorfreude. Aber bei uns an Bord herrscht auch soviel Ordnung, dass wir wahrscheinlich eines der ganz wenigen Schiffe sind, dass 2 Tage vor Start vollständig abfahrtsbereit ist. Das bedeutet, dass der Kühlschrank sowie die Diesel- und Wassertanks gefüllt sind, die Wäsche frisch gewaschen in den Schränken liegt, die Batterien geladen sind und auch überall sonst „klar Schiff ist.

Seit heute funktioniert auch der Satellitentracker und somit kann auf der Website der World ARC http://www.worldcruising.com/world_arc/world_arc/eventfleetviewer.aspx auch ständig unsere aktuelle Position verfolgt werden. Emails werden wir auf See mit unserer Kurzwellen-Funkanlage verschicken und erhalten. Die Adresse ist: DHKG@sailmail.com  Es gehen aber nur Textnachrichten und keine Bilder oder Anhänge.

Morgen am Freitag gibt es noch die letzten Infos beim sogenannten Skipper-Briefing. Dort werden Wetterinformationen, Funkfrequenzen und allgemeine Hinweise ausgetauscht. Dann heißt es aber endlich: Leinen los und „fair Winds“. Das Abenteuer kann beginnen 🙂

 

Glücksgefühle, Lack und Kekse oder eine Ode an die Freude

 

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In dem Moment als „Friend“ und „Jerry“ bei uns am Steg auftauchten und sich als Experten in Lackierarbeiten präsentierten, war ich den Beiden gegenüber zunächst relativ misstrauisch eingestellt. So viele Leute fragen nach Jobs, die sie am Schiff erledigen wollen und jeder ist DER Experte in seinem Fach. Welch einen Glücksgriff ich mit den Beiden gemacht habe, zeigt sich jeden Tag immer ein Stückchen mehr. Zuverlässig, sehr gründlich und gewissenhaft, dazu mit vielen Jahren Expertise und einem Empfehlungsschreiben von dem Eigner Tim und seinem Bootsmann der britischen Yacht „Braveheart of Sark“. Einem Schiff wie Cesarina, nur 25 Jahre jünger und 72 Fuß lang.

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Die Lackierarbeiten gehen gut voran. Nach jeder neu aufgebrachten Schicht mit Hochglanz-Klarlack wird alles wieder angeschliffen und somit die Lackoberfläche geöffnet, bevor die nächste Schicht mit dem Pinsel aufgebracht wird. Das ganze Prozedere wiederholt sich dann bis zu 10x. In vielen Bereichen kann man schon sehr gut sehen, dass der Lack einen sehr tiefen Glanz bekommt. Das ist die Magie, die von Holz ausgeht. Das ganze Schiff lebt und atmet durch den Naturstoff und spricht mit dem Betrachter. Es ist so als wenn man jemandem tief in die Augen schaut und darin gedankenverloren versinken kann……

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Viele Menschen die hier täglich vorbeigehen halten an und betrachten CESARINAs Linien. Manchmal sagen die Leute, dass sie das schönste Schiff sei, welches sie langem hier in der Marina gesehen haben. Das macht den Skipper natürlich schon etwas stolz :-).

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Auf der anderen Seite höre ich auch aus verschiedenen Richtungen, dass manche der Meinung sind, dass ich es „etwas“ übertreibe. Wie kommen die bloß darauf :-)? Mag ja sein, dass für manch anderen die Pflege und Arbeit am Schiff mehr Last als Lust bedeutet und dessen Vorlieben anders gelagert sind. Fast wie früher…Wie oft haben damals unsere Kunden und Wettbewerber über meine Freude an Perfektion und dem ständigem Streben nach dem „Besten“ verständnislos den Kopf geschüttelt. Nur unsere Mitarbeiter waren stolz auf Ihre Firma und immerhin haben wir es ja auch nach nur 14 Jahren bis ganz nach oben geschafft. Entweder mache ich etwas „richtig“ oder gar nicht. „What ever makes your boat float“ oder was immer Dich auch glücklich macht.Warum sollte es beim Schiff denn anders sein? Liebe und Leidenschaft für das was man macht, ist die Basis und der Ursprung solcher Projekte und kann auch nicht mit Logik und Ratio begründet werden. Das Schöne ist ja, dass dieses Projekt niemals fertig werden wird 🙂

Mein lieber Mitsegler Jürgen kann jetzt gern am 27.12 an Bord kommen. Ich bin mir sicher, dass wir die Leidenschaft für schöne klassische Yachten und die See teilen und eine geniale Zeit bis nach Australien haben werden. Das Leben kann schon cool manchmal cool sein 🙂

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Riesig gefreut habe ich mich als ich gestern ein Paket von meinem lieben Freund Franjo aus Köln bekommen habe. Schon die geschriebenen Worte „Cakes and Black Bread“ auf dem Paket haben fast dazu geführt, dass die junge Dame im Marinabüro es erst gar nicht herausgeben wollte. Es roch schon von außen sehr gut 🙂 Allein schon, dass jemand sich die Mühe macht ein Paket an mich auf die ferne Reise zu bringen ist „Gold“ wert. Alle Kekse und das Paket Schwarzbrot sind aus eigener Herstellung und sind einfach nur köstlich. So fern der Heimat weiß man solche Dinge und tollen Geschenke noch 3x mehr zu schätzen. Wie gesagt, das Leben kann schon manchmal sehr cool sein 🙂

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In dem Sinne wünschen Marina-Katze „Pischi“ und ich von Bord der CESARINA Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!  

Auf neuen Wegen, oder ein neuer Abschnitt beginnt

Es hat sich viel ereignet in den letzten Monaten. Vor 7 Monaten hat mir die Skipperin unwiderruflich mitgeteilt, dass Sie zum Ende des Jahres von Bord gehen wird. Katja möchte wieder nach Deutschland zurück und ein geregeltes Leben nach Ihren eigenen Vorstellungen und Wünschen führen. In der Zeit danach hatte ich gezwungener Maßen die Gelegenheit, mir einen neuen Gegenentwurf einfallen zu lassen, an dessen Ende ich für mich eine Entscheidung treffen musste, wie es denn für mich weitergehen sollte. Keine wirklich leichte Aufgabe….

Am 13. Dezember war es dann soweit. Als das Taxi zum Flughafen auf den Parkplatz der Rodney Bay Marina rollte, haben wir den Abschied kurz gehalten. Es gibt definitiv schönere Dinge mit denen man hier in der Karibik seine Zeit verbringen kann.

World ARC

Seit dem 21. Lebensjahr träume ich davon, mit meiner Traumyacht, um die Welt zu segeln. Der Wunsch diesen Traum zu leben, ist definitiv stärker als die Sorge vor Veränderungen. Somit habe ich einen Platz bei der World ARC Organisation gebucht ohne eigentlich zu wissen, mit wem ich diese Rallye um die Welt zusammen segeln würde. Nur eines war mir stets klar. Ich wollte auf gar keinen Fall mit ständig wechselnder Crew diese gewaltigen Distanzen bewältigen. Die Herausforderung war also einen Mitsegler zu finden der Zeit hat, die nötige seglerische Erfahrung besitzt, meine CESARINA zu würdigen weiß und wo auch noch die Chemie stimmt. Normalerweise ist das eine kaum zu lösende Aufgabe.

Das Leben hat es aber wieder einmal gut mit mir gemeint:-) Rein zufällig und absolut unerwartet habe ich einen Anruf von einem Freund bekommen, dem ich von meinen Plänen und den anstehenden Veränderungen erzählt habe. Jürgen war sofort Feuer und Flamme und das eigentlich „Unmögliche“, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem gemeinsamen Plan. Mein Gefühl sagt mir, dass die Voraussetzungen für eine tolle Reise nicht besser sein können. Es passt einfach alles ohne Wenn und Aber und den Rest kriegen wir auch hin.

Am 27. Dezember wird Jürgen hier in St. Lucia anreisen und am 7. Januar geht es dann schon los nach Kolumbien. Der erste Törn geht gleich über 900 Seemeilen. Das sollte reichen, das Schiff kennenzulernen und unsere Gemeinschaft auf eine gute gemeinsame Basis zu stellen. Im Februar wird Katja dann noch einmal eine Etappe mit uns von Panama nach Galapagos segeln. Das war stand schon immer ganz oben auf Ihrer Wunschliste und wir freuen uns auf eine schöne gemeinsame Zeit an Bord.

Danach geht es dann für Jürgen und mich von Galapagos aus über 3000 Seemeilen zu den Marquesas und dann quer durch die Südsee nach Australien. Diese großen Distanzen und der gewaltige Pazifik werden uns natürlich so einiges abverlangen. Das muss man die See und das Segeln schon sehr lieben 🙂

Im August muss Jürgen dann wieder nach Deutschland zurück, denn dort warten Tochter und Firma auf ihn. Ich habe die Absicht ein Jahr in Australien, Neuseeland oder in der Südsee zu verbringen. Keine Ahnung, wer mit an Bord sein wird oder wohin es gehen wird. Ich weiss nur, dass sich schon etwas ergeben wird. Der Plan ist, keinen Plan zu haben…… Ich finde, das klingt für den Anfang doch schon einmal gar nicht so schlecht.

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Bis dahin wird CESARINA jeden Tag mehr ein Stück weiter in einen annähernd perfekten Zustand gebracht und für die Reise vorbereitet. Seit 2 Wochen schon werden von einheimischen Spezialisten alle Decksaufbauten professionell neu lackiert. Das ist doch wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest für mich 🙂  Alles Weitere wird sich dann schon ergeben…..

 

Wieder in der Rodney Bay

Der Wind war günstig, aber es regnete wieder wie aus Eimern. Wollten wir wirklich nach St. Lucia aufbrechen??? Denn auch wenn der Regen nicht so kalt wie in Deutschland war, war es trotzdem nicht das Segelwetter, das wir uns vorgestellt hatten 🙁 Aber wie heißt es so schön: Abwarten und Tee trinken. Kaffee geht natürlich auch 🙂 und nach dem langen und ausgiebigen Frühstück wurde die Wolkendecke lichter. Gegen zwei Uhr in einer Regenpause gingen wir Anker auf und nahmen Kurs auf St. Lucia. Gute 150 Seemeilen lagen vor uns und am Freitag wollten wir da sein.

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Je weiter wir uns von Guadeloupe entfernten, desto besser wurde das Wetter und die letzten Stunden vor unserer Ankunft waren wirklicher ein besonderer Segelgenuss.

In der Rodney Bay entschieden wir uns direkt in die Marina zu fahren, bevor wir durch die permanent ankommenden ARC-Schiffe keinen Platz mehr bekommen würden. Das erwies sich als wirklich gute Entscheidung :-), obwohl wir im Hafen auf das Badevergnügen vom Schiff aus, jetzt erst einmal verzichten müssen.

Regenwaldpflege

Am nächsten Morgen war es mit der Idylle in unserer Ankerbucht vorbei. Graue Wolken türmten sich am Himmel und seit sechs Uhr regnete es in Strömen. Zuerst freuten wir uns über die großzügige Wäsche, die alles Salz vom Schiff gründlich entfernte, aber nach drei Stunden waren wir der Meinung, dass wir jetzt doch wirklich sauber genug wären. Trotzdem war aber kein Ende des Regens in Sicht. So hatten wir uns unsere Rückkehr in die Karibik nicht vorgestellt 🙂 Aber verregnete Tage sind ja dazu da, Dinge zu erledigen, die man bei schönem Wetter nicht erledigen möchte. So wendete sich Dietmar dem Wassermacher zu und innerhalb kürzester Zeit hatte sich der für mich verbleibende Lebensraum an Bord auf unsere Koje reduziert. Im Salon türmten sich Segel, Ersatzteile, Werkzeuge und im Laufe des Tages stieg die Temperatur im Boot auf ein tropisches Niveau, da wir wegen des Regens die Luken nicht öffnen konnten :-). Was für ein Tag 🙂

Erst am Abend um acht, als die Sonne schon lange wieder hinter dem Horizont verschwunden war, hörte das Prasseln des Regens auf dem Deck auf. Wir konnten unser Glück kaum fassten und ließen endlich die angenehm frische Luft durch die Luken ins Innere strömen.

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Am nächsten Morgen war das Wasser in der Bucht durch den Schlamm, den der kleine Fluss von den Bergen herunter gespült hatte, ganz braun und undurchsichtig. Aber immerhin war es trocken. Wir schöpften unser Dinghi leer und fuhren an Land. So war es jetzt doch mal an der Zeit, die Formalitäten zu regeln und auch offiziell in der Karibik anzukommen :-). Dies geht auf Guadeloupe ganz einfach und keine zehn Minuten später hielten wir unser Einreiseformular gestempelt und unterschrieben in den Händen. Nach einem kurzen Gang durch das restliche Dorf und einem weiteren kurzen Besuch im Supermarkt, machten wir es uns in einem der kleinen Hafenrestaurants bei einem Kaffee gemütlich. Aber die Regenpause währte nur kurz und so endete unser Landgang etwas hektisch, als sich wieder dicke graue Regenwolken über die Bergkämme schoben.

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Aber durch das Wetter ließen wir uns nicht so schnell entmutigen 🙂 Unser Revierführer schwärmte vom botanischen Garten in Deshaies und den wollten wir gern besuchen. Und schon am nächsten Tag schien das Wetter tatsächlich ein Einsehen mit uns zu haben 🙂 So standen wir am späten Vormittag wartend an der Bushaltestelle, um die kurze aber steile Strecke zum botanischen Garten hinter uns zu bringen. Das karibische Bussystem ließ uns auch hier nicht im Stich und wenig später standen wir vor dem Eingang. Nachdem wir schon auf anderen Inseln botanische Gärten besucht hatten, war ich etwas skeptisch, aber meine Bedenken zerstreuten sich schon nach wenigen Minuten.

KHY_3600Ein wunderbarer und wirklich großer Park mit Seen, Wasserfällen und unendlich vielen Bäumen, Blumen und Tieren. Bevor wir das alles entdecken konnten, trieb uns der nächste Regenschauer in das ansässige Restaurant 🙂 Ganz so gut war es um das Wetter doch noch nicht bestellt. Aber der Regenwald der Insel musste ja auch gepflegt und „gefüttert“ werden und das geht wohl am besten mit Regenwasser 🙂

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Wir vertrödelten den halben Tag an diesem tollen Ort, bevor wir uns an den Abstieg zu unserer Ankerbucht machten. Nach diesem ausgiebigen Spaziergang waren wir endlich unsere Seebeine los, die sich bei den kurzen Spaziergängen doch noch deutlich bemerkbar gemacht hatten. Da morgen das Wetter günstig für unseren nächsten Schlag nach St. Lucia war, gönnten wir uns ein Abschiedessen an Land und genossen die leckere französisch-karibische Küche.