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Völlig illegal

Gestern sind wir auf St. Christopfer angekommen und lagen vor einer wunderbar grünen Kulisse in der White Bay. Die Inselhauptstadt lag nur einige Meilen entfernt. Dort müssten wir eigentlich hin, um offiziell einzuklarieren. Unser Dinghi wurde aber für die Überfahrt gut verstaut und lag noch luftleer auf dem Deck festgezurrt. Nach neun Tage auf See fehlte uns einfach noch die Motivation, um das Dinghi wieder reisefertig zu machen. So beschlossen wir, erstmal anzukommen und alles Weitere auf morgen zu verschieben 🙂

Endlich gab es mal wieder ein Frühstück mit Kaffee und auch unser Toastbrot blieb ohne Mühe bewegungslos auf unseren Tellern liegen. Unsere CESARINA schaukelte nur ganz leicht am Anker und wir genossen es einfach, uns wieder ohne Anstrengung und artistische Einlagen im Schiff bewegen zu können. Nach dem langen Aufenthalt an der Ostküste der USA hat das Wasser hier endlich wieder Badetemperatur und wir vertrödelten den restlichen Tag mit Schwimmen und Schlafen.

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Die Distanz zu unserem nächsten Ziel „Guadeloupe“ betrug noch ungefähr 80 Meilen und war damit eindeutig zu lang für einen Tagestörn. So planten wir am späten Nachmittag Anker auf zu gehen, um am Morgen nach Sonnenaufgang in Deshaies auf Guadeloupe anzukommen.

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Dieser kurze Törn entschädigte uns für die Strapazen der letzten Tage. So segelten wir entspannt in den Sonnenuntergang, passierten St. Nevis und Montserrat in dieser sternenklaren Nacht und ließen pünktlich um zehn Uhr zum Frühstück den Anker in der Bucht von Deshaies/Guadeloupe fallen. Heute war der 1. Advent und Dietmar versuchte gleich, mir den aus Amerika mitgebrachten Dresdner Stollen aus dem Kreuz zu leiern 🙂 Aber da musste er sich doch noch bis zum Nachmittag gedulden, denn nach der durchgesegelten Nacht war mir eher nach einem herzhaften Frühstück zumute.

Gestärkt machten wir endlich auch unser Dinghi klar und waren damit wieder mobil. Das kleine Örtchen hatte neben vielen Restaurants und Souvenirläden auch einen Supermarkt zu bieten und war damit perfekt für einen ersten Landfall nach der Überfahrt geeignet. Und da wir uns ja wieder in Frankreich befanden, gab es auch leckeren Käse und ordentlichen Joghurt 🙂 Nur die Auswahl an frischem Obst und Gemüse war leider sehr kläglich. Ein paar Tage wollten wir hier auf jeden Fall verbringen, bevor es weiter nach St. Lucia geht. Den ersten Abend ließen wir gemütlich bei einem Piton, dem karibischen Bier, und einem wunderschönen Sonnenuntergang ausklingen.

Angekommen auf St. Christopher

Nach neunen Tagen hatten wir die Nase voll und haben auf St. Christopher eine Pause eingelegt. Alles hat soweit gut geklappt, aber die Bedingungen waren doch rauh und ungemlich. Bis auf 24 Stunden hatten wir immer mehr als 20 Knoten Wind, in der Spitze sogar bis 42 Knoten. Aber Schiff und Besatzung sind heil und wohl auf. Morgen Nachmittag soll es dann weiter gehen nach Guardeloupe.

Zurück in die Karibik – Tag 1 bis 4

Es hat ja wieder mal ein bisschen gedauert, bis wir uns auf See an Bord so weit eingelebt haben, dass Blog schreiben wieder möglich ist 🙂 Der erste Tag auf See war wie angesagt noch sehr angenehm. Sonnenschein, fast keine Welle und leichter Wind brachte uns entspannt unserem Ziel entgegen. Aber schon morgens um fünf Uhr des nächsten Tages war es mit der Idylle vorbei. Zum Einen mussten wir den Golfstrom queren und zum anderen blies es mittlerweile mit bis zu 36 Knoten. Die Kombination von beidem machte unseren Alltag erst einmal sehr ungemütlich und die CESARINA geigte wie ein Weltmeister durch die konfuse See 🙁 Da freute ich mich sehr, dass das Essen schon fertig gekocht im Kühlschrank lag und nur noch aufgewärmt werden musste. Im Laufe des Tages wurde dann auch die Welle immer höher und drückte uns in regelmäßigen Abständen aus dem Kurs 🙁 Irgendwann hatten wir den Golfstrom dann hinter uns gelassen und das Segeln wurde wieder entspannter und schneller. Mit der höheren Geschwindigkeit wurde unser Kurs auch stabiler und ruhiger. Mein Innenleben war trotzdem noch nicht wirklich bereit, sich an die veränderten Lebensbedingungen anzupassen, während Dietmar völlig unbeeindruckt genau das machen konnte, wozu er gerade Lust hatte. So eine Ungerechtigkeit. Aber seit heute morgen bin auch ich wieder voll bei der Musik 🙂 Lesen und Schreiben funktioniert wieder und so sind die 24 Stunden des Tages bequem zu füllen. Denn ansonsten ist der Segelalltag sehr beschaulich. Heute haben wir tatsächlich schon einmal die Segel umgestellt und Dietmar hatte schon zwei Mahi Mahis an Haken. Leider haben sich beide nicht für das nächste Abendessen zur Verfügung gestellt. Der eine wollte gar nicht erst an Bord und der andere war leider doch noch etwas zu klein. Aber es liegen ja noch ein paar Segeltage vor uns und morgen wird es dann schon klappen 🙂

 

Wir sind dann mal weg :-)

In einer Stunde geht es los. Der Kapitän sitzt jetzt schon auf heißen Kohlen, aber die Ehefrau ist noch nicht ganz soweit 🙂

Wie immer werden wir versuchen, uns von unterwegs zu melden. Das Wetter sieht gut aus und wir freuen uns auf eine schnelle und angenehme Fahrt hinunter in die Karibik.

Bis dahin 🙂

 

Ein Hauptstadtbesuch mit bitterem Nachgeschmack

Von Annapolis ist es nur noch ein Katzensprung nach Washington und gegen zwei Uhr erreichten wir unser Hotel, das in der Nähe des Capitols lag. Hier checkten wir schnell ein und mussten dann zunächst einmal unser Auto für die nächsten zwei Tage loswerden. In der US- Hauptstadt kein einfaches und erst recht kein billiges Unterfangen. Im Internet war uns die Parkgarage an der Union Station empfohlen worden und wenig später standen wir „autolos“ in der riesigen Bahnhofsvorhalle. Was für eine Pracht :-)!

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Von hier aus war es nur ein kurzer Spaziergang zum Capitol und wir bummelten bis zum Sonnenuntergang noch entlang der Mall, einem Park der die Mittelachse der amerikanischen Hauptstadt, bis zum Washington Monument bildet.

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Die Pracht und Größe der einzelnen Gebäude verschlug uns fast den Atem. Da es aber gegen Abend langsam empfindlich frisch wurde, verkrümelten wir uns in unser Hotelzimmer am Capitol Hill. Morgen war ja auch noch ein Tag 🙂

Die wichtigsten Dinge erledigt man bekanntlich am besten zuerst. Da wir auf jeden Fall das Capitol besuchen wollten, das nur 10 Minuten vom Hotel entfernt lag, reihten wir uns dort zuerst in die Warteschlange ein. Erfreulicherweise sah es aber schlimmer aus als es wirklich war und kurze Zeit später befanden wir uns schon im Gebäude bei der nächsten Führungsgruppe. Fast eine Stunde lang bekamen wir einen Einblick in die Geschichte des Capitols und konnten uns verschiedene Räume anschauen. Zum Ende der Führung erhielten wir den Tipp, von hier aus direkt in die Bibliothek des Kongresses hinüber zu gehen. Und die war fast noch schöner als das Capitol.

Draußen lockte der Sonnenschein. Um unsere Füße etwas zu schonen, fuhren wir mit der U-Bahn zum Weißen Haus. Von Wahlrummel war hier nichts zu bemerken. Nur eine riesige Baustelle versperrte die direkte Aussicht auf das Gebäude. Auf der anderen Seite war dann aber die Sicht frei 🙂 Vorbei am Washington Monument ging es dann zum Lincoln Monument. Die haben wirklich viele Monumente hier 🙂 Diese waren an einem Tag nicht alle zu erreichen, besonders wenn man noch ins Museum wollte. Das „United States Holocaust Memorial Museum“ hatten wir uns für heute vorgenommen. Keine leichte Koste, aber sehr bewegend und informativ.

Für diesen Museumbesuch hatte sich Unterstützung angekündigt. Kai von der SY LIKEDEELER war auch in Washington und wir freuten uns über ein Wiedersehen nach unserem letzten Treffen auf Guadeloupe in der Karibik. Das Museumscafe hatte zwar den Charme einer Bahnhofshalle, aber eigentlich war es völlig egal. Nach gut einer Stunde entschieden wir uns endlich die Ausstellung auch zu besuchen. Quatschen konnten wir ja hinterher immer noch.

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Nach Museumsschluss mussten wir nur noch einen netten Platz finden, um den Abend ausklingen zu lassen. Aber das war eindeutig nicht das richtige Viertel für Restaurants und Kneipen. So fragten wir uns durch bis wir letztendlich einen gemütlichen englischen Pub fanden, in dem wir den Abend ausklingen lassen wollten. Und es war ja auch ein ganz besonderer Abend in und für Amerika. Es war Wahltag und wir hofften auf einen Wahlsieg der Demokraten, wie es die Medien ja eigentlich als „sicher“ angekündigt hatten. So saßen wir beim Abendessen und verfolgten die Wahl im Fernsehen und je später der Abend wurde, desto länger wurden die Gesichter. Nicht nur unsere, sondern auch die der anderen Besucher im Pub. Nachdem Trump die ersten „Swinging States“ gewonnen hatte und sich eine lange und unsichere Wahlnacht abzeichnete, entschieden wir uns, den Abend dort zu beenden. In gedrückter Stimmung fuhren wir zurück ins Hotel. Gegen zwölf Uhr war klar, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen anderen Wahlausgang geben würde, als wir uns das gewünscht hatten. In dieser Nacht schliefen wir beide schlecht und als am Morgen das Wahlergebnis feststand, war unsere Laune wirklich im Keller. 1000 Fragen und keine Antworten.

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Das Wetter hatte sich unserer Stimmung angepasst. Regen und Schauer an Stelle von strahlendem Sonnenschein. Trotzdem besuchten wir wie geplant noch zwei Museen: Das „National Museum of American Indians“ und „Smithsonian National Air und Space“ Museum. Besonders das Zweite war wirklich beeindruckend und entführte uns in eine andere Welt. Aber irgendwie war unsere Unternehmungslust für heute verschwunden und wir holten unser Auto ab und kehrten Washington den Rücken. Ewas Abstand und viel Natur würde einer besseren Laune wohl zuträglich sein 🙂

Pony gesucht

Die Chesapeake Bay wird von vielen Brücken überspannt, aber die größte Konstruktion ist wohl der 37 Kilometer lange Chesapeake Bay Bridge-Tunnel. Hier begannen wir unseren Ausflug. Schon drei Mal sind wir mit unserer CESARINA an den Brücken vorbei über den Tunnel gefahren. Heute würden wir das Ganze mal von der anderen Seite betrachten. Der Anblick war wirklich beeindruckend und ließ sich auf Bildern nicht wirklich festhalten. Und eine knappe Stunde später waren wir auf der Delmarva-Halbinsel angekommen. Unser Ziel war heute der „Chinoteague Wildlife Park“. An der Küste Virginias gibt es noch verschiedene Stellen, an denen Ponys in freier Natur leben. Als Pferdefreunde war uns das in jedem Fall einen Besuch wert. Aber da ein „Wildlife Park“ kein Zoo ist, bekamen wir zunächst einmal keine Ponys zu Gesicht. Es war mal wieder Geduld gefragt.

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Dafür gab es aber eine beeindruckende Zahl an verschiedenen Wasservögeln, die uns die Wartezeit versüßten. Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Strand bekamen wir aber unsere Ponys doch noch zu sehen. In sicherer Entfernung zur Straße standen sie grasend am Ufer eines Sees.

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Über Nacht wollten wir heute in Annapolis bleiben und es lag nach dem Ausflug in die Natur noch eine ordentliche Strecke mit dem Auto vor uns. Als wir endlich unser Hotel erreichten, war es schon stockdunkel und wir verschoben einen Ausflug in die Innenstad auf morgen. Da unser Hotelzimmer neben ordentlichem WLAN auch noch eine Badewanne hatte, gab es an diesem Abend auch genug anderes zu tun 🙂

Am nächsten Morgen strahlte die Sonne wieder vom Himmel, aber es war noch ziemlich frisch. Zuerst mussten wir uns noch um wichtige Dinge auf Dietmars Einkaufsliste kümmern. Schon seit unserer Zeit auf den Azoren war der Kapitän auf der Suche nach „Weems&Plath Petroleum-Lampe““ für unseren Salon. Und wenn sich Dietmar etwas in den Kopf gesetzt hat…ich denke, Ihr wisst, was ich meine. So standen wir schon um halb neun vor dem Weems & Plath-Laden und ich hatte mich schon auf einen längeren Aufenthalt dort eingestellt :-). Leider war die Auswahl im Laden enttäuschend und auch die Beratung ließ zu wünschen übrig. Kurze Zeit später zogen wir wieder mit leeren Händen von dannen. Gegen den Frust des Kapitäns half zunächst einmal ein ordentlicher Kaffee von Starbucks :-). Mit etwas besserer Laune besuchten wir die „Naval –Academy“ und das State House. Annapolis wird auch als „Hauptstadt der Segler“ der Chesapeake Bay bezeichnet. Die Hafenpromenade und die gesamte Innenstadt waren sehr einladend und schön. Hier mit der CESARINA eine Bootsshow mitzuerleben, wäre bestimmt ein besonderes Erlebnis gewesen 🙂

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Virginia – Wo alles begann

Nach einer Woche Faulenzen war es an der Zeit, auch Virginia genauer unter die Lupe zu nehmen. So freuten wir uns sehr, dass uns Lynne und Dick am Samstag zu einem Ausflug nach Colonial Williamsburg einluden. Schon 1633 wurde die Stadt als „Middle Plantation“ als ein Teil der Stadt Jamestown gegründet und war 1772 bis 1776 Hauptstadt der britischen Kolonie von Virginia. Ein Teil der Stadt wurde als Colonial Williamsburg im Stil des 18. Jahrhunderts durch D. Rockefeller restauriert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Dieser Tag mit strahlendem Sonnenschein Anfang November war perfekt für einen Ausflug in dieses beeindruckende Freilichtmuseum. Und da Ende November schon Nachsaison war, brauchten wir nicht mal Schlange stehen und uns durch Menschenmengen drängeln 🙂 Das war mal ganz nach unserem Geschmack.

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Mit viel Liebe zum Detail war wirklich eine ganze Kleinstadt zu besichtigen mit dem Palast des Governors, dem Capitol und dem „College of William and Mary“. Um das Ganze besonders lebendig zu gestalten, wurde das Dorf von Schauspielern in Kostümen aus dem 18. Jahrhundert besetzt. Immer wieder haben wir in den vielen Monaten in den USA festgestellt, dass die Amerikaner wahre Meister im Repräsentieren und Darstellen sind.

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Und nicht nur das: Da „Shoppen“ bei den Amerikanern generell sehr beliebt ist, konnte man dort auch überall etwas kaufen. Im Dorfladen gab es Lebensmittel wie in alter Zeit und natürlich auch Spezialitäten von heute, beim Schneider konnte man neben Stoffen auch ganze Kleider erstehen. Besonders beliebt schienen als Souvenir die Strohhüte für die Dame zu sein, die mit bunten Bändern verziert waren. Wir bewunderten aber lieber die Vorführungen der Handwerker, die ihre Waren noch nach alter Tradition herstellten. So ein Strohhut wäre auf dem Segelboot wahrscheinlich auch schnell auf und davon geflogen.

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Wie immer in guter Gesellschaft verflog der Tag viel zu schnell und es war mal wieder Abschiednehmen angesagt. Ab morgen würden wir mit dem Auto durch Virginia fahren und wenn wir zurückkommen, würde Lynne schon nach Wyoming abgereist sein 🙁 Aber wenigstens Dick würden wir nächste Woche nochmal wieder sehen. Es ist immer wieder schön, wirklich tolle Menschen auf unserer Reise zu begegnen 🙂

Eine Woche ohne besondere Vorkommnisse

In Norfolk angekommen konnten wir erstmals wieder Wärme und Sonnenschein genießen. Da das der letzte Hafen in den USA sein würde, bevor es wieder zurück in die Karibik ging, waren noch einige Dinge zu erledigen. Nachdem wir den Sonntag also friedlich und faul vertrödelt hatten, holten wir am Montag unseren Mietwagen ab und starteten die erste von vielen weiteren Einkaufstouren. Am Abend trafen wir dann endlich unsere Freunde Lynne und Dick, die wir bei unserem ersten Aufenthalt in Norfolk im Juni kennengelernt hatten. Auch Eric, der französische Segler aus Cape May, hatte „ein Hand“ endlich Norfolk erreicht und leistete unserer lustigen Runde Gesellschaft. So ging Halloween ganz leise und fast unbemerkt an uns vorüber. Denn außer ein paar schön dekorierten Häusern hatten wir nichts zu sehen bekommen.

Besorgungen, Reparaturen, Vorbereitungen und gemütliche, gemeinsame Treffen mit unseren Freunden prägten die nächsten Tage und waren eine schöne Abwechslung nach der doch recht hektischen Zeit in New York.

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Weiter in Richtung Süden

Heute war es also mal wieder an der Zeit, weiter zu segeln. Die Temperaturen wurden auch zunehmend ungemütlicher.

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Vorbei an der Freiheitsstatue bahnten wir uns unseren Weg durch das Gewühl. Der Verkehr auf dem Hudson River war wirklich beeindruckend. Erst draußen vor der Flussmündung kehrte dann wieder Ruhe ein und unter Segeln nahmen wir Kurs auf Cap May. Obwohl der Wind in der Nacht mal wieder einschlief und der Motor die Nacht über fleißig vor sich hin brummte, kamen wir unserem Ziel schneller als geplant näher.

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So näherten wir uns immer langsamer der Einfahrt bis die Sonne es endlich über den Horizont geschafft hatte und wagten uns dann in das schmale und flache Fahrwasser. Knapp eine Stunde vor Hochwasser konnten wir bequem die South Jersey Marina erreichen. Sie war für uns die einzige Marina auf dem Weg nach Norfolk, die wir mit unserem Tiefgang erreichen konnten. Wir wollten eine Nacht dort verbringen, da starker Südwestwind angesagt war. Dieses Schlechtwettergebiet hatte als Vorboten schon Wolken und Regen geschickt und es war ziemlich ungemütlich. Nach der durchgesegelten Nacht stand uns der Sinn nach einem herzhaften Frühstück, das wir im nahegelegenen „Lobster House“ auch bekamen. Mehrere Boote hatten in der Marina Schutz vor dem kommenden Wetter gesucht und schnell kamen wir mit dem Franzosen Eric in Gespräch. Obwohl er schon lange in den USA lebt, war er froh, mal wieder auf Europäer zu treffen 🙂

So verbrachten wir mit zwei Amerikanern und Eric einen lustigen Abend im Lobster House und kehrten vor dem angekündigten Sturm auf die CESARINA zurück. In der Nacht wehte es dann wirklich ganz schön heftig und es hörte auch am Morgen nicht wieder auf 🙁 Wir waren hin und her gerissen. Eigentlich mussten wir heute weiter, denn übermorgen würde der Wind wieder auf Südwest drehen, also genau aus unserer Zielrichtung. Also warfen wir am Nachmittag tapfer die Leinen los und machten uns auf den Weg. Wir hatten bis zu 30 Knoten Wind von der Seite und die Motorbootfahrer, die wegen des Starkwindes den Schutz im Hafen gesucht haben, wünschte uns voller Anerkennung für die Fahrt alles Gute. Die Marina hatte uns sehr gedrängt, da sie unseren Platz schon anderweitig versprochen hatte. Somit waren wir diesmal nicht kurz vor dem Hochwasser unterwegs, sondern gut drei Stunden vor Hochwasser. Im Kanal war es mit Rückenwind und deutlich niedrigerem Wasserstand dann auch ziemlich unentspannt. Als wir endlich auf dem offenen Meer waren, konnten wir aufatmen. Nur unter Genua kämpften wir uns mit gutem Speed in Richtung Süden vor. Es war ein nasses und ungemütliches Segeln, da wir die „Delaware River“ Mündung passieren mussten, die eine unangenehme und konfuse See mit steilen Wellen aus allen Richtungen erzeugte. Daher waren wir wirklich froh, als wir das Abenteuer hinter uns hatten. Dann wurde es auch Zeit, endlich das Großsegel zu setzen und damit das Schiff besser ausbalanciert an Otto, den Autopiloten übergeben zu können 🙂 Somit waren wir gut vorbereitet für die kommende Nacht. Einmal mehr hatte unsere CESARINA gezeigt, wie extrem stark und seetüchtig sie doch ist 🙂

Immerhin bis morgens um drei fuhren wir unter Segeln unserem Ziel entgegen, dann war es einmal wieder mehr vorbei mit dem Spaß. Der Wind war einfach weg! Der Motor brummte wieder und das Meer war mittlerweile spiegelglatt. Nachmittags um vier machten wir unsere CEARINA in Norfolk in der Little Creek Marina fest. Genau an demselben Steg, an dem wir vor fünf Monaten schon gelegen hatten. Es war fast wie „nach Hause“ zu kommen:-)

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Hardcore-Sightseeing

Wie angekündigt strahlte heute wieder die Sonne. Es war gerade so, als hätten wir uns die letzten beiden Tage nur eingebildet. Wir waren schon früh unterwegs und als wir das 9/11 Museum erreichten, hatte sich dort zum ersten Mal noch keine lange Schlange gebildet. Also nutzten wir die Chance und gingen über eine lange Treppe zu den Fundamenten hinunter, auf denen früher die beiden Tower des World Trade Centers gestanden haben. Nicht nur das Mahnmal war eindrucksvoll, auch das unterirdische Museum berichtete bewegend von den Anschlägen. Besonders verstörend war aber die Brandgeruch, der immer noch in der Luft liegt. Auch noch nach einer so langen Zeit.

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Draußen empfing uns wieder frische, milde Luft und Sonnenschein. Mit dem Bus wollten wir heute eine Rundtour durch Downtown New York unternehmen, um einen groben Überblick zu bekommen. Die Stadt ist einfach zu groß, um sie zu Fuß zu erkunden. Laut Reiseführer sind es fast 9600 Kilometer Straße, die man erlaufen müsste. Ich gehe wirklich gern zu Fuß, aber das ist doch etwas zu heftig.

Die Tour startete am Time-Square und führte uns an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Die Aussicht vom Oberdeck des Busses war wirklich toll, aber mit der Zeit wurde es doch recht frisch.

So beendeten wir die Tour in Chelsea in der Nähe der High Line. Diese begrünte, ehemalige Güterzugtrasse führt mehr als zwei Kilometer durch den Westen von Manhattan und sollte sehr sehenswert sein. Bei dem schönen Wetter konnte man schon von weitem sehen, dass man heute auf der High Line eher Schlange stehen als spazieren gehen konnte.

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Schade, aber von Menschenmengen hatten wir nach dem Museumsbesuch erstmal die Nase voll. In der näheren Umgebung fanden wir aber wider Erwarten auch kein nettes Restaurant zum Mittagessen. Da es mit dem Hunger noch nicht so schlimm war, marschierten wir in Richtung Madison Square Garden. Dort kamen wir gerade rechtzeitig an, um bei einer Führung noch einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

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Dieser berühmte Veranstaltungsort hatte eine Menge Geschichte und sehr viel Technik zu bieten. Schade, dass wir hier kein Konzert oder ein Sportevent erleben durften, die Atmosphäre wäre bestimmt etwas Besonderes gewesen. Das wird bei unserem nächsten New York Besuch sicher mit auf der Liste stehen. Diesmal hatten wir uns für ein Musical am Broadway entschieden: School of Rock. So klang der Abend im wahrsten Sinne des Wortes sehr stimmgewaltig aus. Ein geniale Geschichte in einem tollen Theater mit großartigen Schauspielern. Klasse!

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Am nächsten Tag lösten wir die zweite Hälfte unseres NY-Bustickets ein. Heute würde es nach Uptown NY gehen. Erneut fanden wir uns in einer langen Schlange wieder, aber mittlerweile waren wir ja schon ein bisschen dran gewöhnt :-). Endlich ging es dann auch los, einmal rund um den Central Park vorbei an all den Luxusappartements, dann durch Harlem und wieder zurück. Erst am Metropolitan Museum stiegen wir aus, denn wir hatten viele Empfehlungen für dieses Museum bekommen. Wenigsten einmal kurz reinschauen wollten wir schon. Aus „kurz“ wurden dann ganz schnell zwei Stunden, denn an diesem Ort vergisst man die Zeit. Und trotzdem hatten wir nicht einmal 10 Prozent des Museums gesehen 🙂

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Dietmar hatte sich für heute genug Plattfüße gelaufen und machte sich auf den Heimweg zur CESARINA. Mein Bewegungs- und Erkundungsbedürfnis war aber noch nicht gestillt und es war auch noch ganz viel Platz für Fotos auf meiner Speicherkarte frei 🙂 Rockefeller Center, Central Station und die Brooklyn Bridge. Diese drei Sehenswürdigkeiten hatte ich mir für heute noch in den Kopf gesetzt. Als ich denn im Dunkeln am Hafen eintrudelte, waren auch meine Füße für den heutigen Tag platt und müde.

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Nach zwei Tagen Bustour waren heute die Wolkenkratzer dran. Empire State Building am Morgen und Rockefeller Center am späten Nachmittag, dazwischen ein bisschen MoMa (Museum of Modern Art) und ein „kleiner“ Spaziergang durch den Central Park (Von Harlem ganz im Norden bis zum Columbus Circle im Süden).

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Dann hatten wir wirklich fürs Erste genug gesehen und nahmen ein letztes Mal die Fähre zurück zur „Liberty Landing Marina“, wo unsere CESARINA lag. Morgen würden wir noch den letzten Punkt auf unserer Liste erledigen. Die Freiheitsstatue, die hatten wir bisher noch nicht besucht. Aber morgen, wenn wir weiter nach Süden fahren würden, fahren wir nahe an ihr vorbei 🙂