Achterbahn par Excellence mit Bratkatoffeln

Um 10:45 hieß es dann endlich „Mittelspring los“ und CESARINA gleitete aus ihrer Box am Steg J der Rodney Bay Marina ins Hafenbecken hinein. Unser Freund Wolfgang aus Regensburg, der auf seiner Reise von Venezuela nach St. Lucia völlig unerwartet den Mast verloren hatte, winkte uns noch so lange hinterher, bis wir den schmalen Kanal zur Rodney Bay erreicht hatten. Für unseren „Commodore“, wie wir ihn freundschaftlich genannt haben, war es sichtlich traurig, uns ziehen zu sehen und für uns ein Hochgefühl, den Hafen nach fünf Wochen Aufenthalt verlassen zu dürfen. Heute um 12:00 sollte das Abenteuer „World ARC Rallye 2017“ per Startschuss endlich beginnen.

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Pünktlich um 12:00 steuerte Uwe unsere CESARINA über die Linie nach Süden in Richtung Castries, der Hauptstadt von St. Lucia. Hinter Castries galt es noch eine weitere Linie zu passieren, bevor dann alle 27 Yachten der Flotte ihren direkten Kurs von 280° auf Santa Marta, Kolumbien anlegten. Bei Castries warteten eine Horde von Booten mit dem Team vom World Cruising Club und Fotografen, um die Flotte zu verabschieden und auf die Reise zu schicken. Während wir mit ausgebaumter Genua auf Steuerbord und festgesetztem Großsegel an Backbord mit 7-8 Knoten gen Kolumbien rauschten, packt das Team des World Cruising Clubs schon die Koffer für den Flug nach Santa Marta. Ein wichtiger Teil der Rallye ist, dass an jedem der Treffpunkte rund um die Welt, Mitarbeiter der World ARC die Floote betreuen und uns z.B. bei Behördengängen, Liegeplätzen, Ausflügen, Organisation usw. unterstützen.

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Gegen Abend meldete sich dann bei uns der Hunger. Jetzt schlug die Stunde von Uwe. Bis jetzt saß er offensichtlich mächtig beeindruckt von den vielen Leinen, Winschen, der ganzen Technik und der gewaltigen See mit ihren hohen Wellen auf seinem Platz im Cockpit. Er segelt auf seiner 43 Fuß Yacht seit vielen Jahren meist auf der Ostsee, aber diese Nummer hier auf dem Atlantik ist doch schon eine ganz andere Liga. Uwe hatte schon am Abend zuvor Kartoffeln gekocht, die er unter Einsatz all seiner Kräfte in der Pantry zu sehr leckeren Bratkartoffeln verarbeitete. In der Hitze unter Deck und der extrem heftig schaukelndem Schiff war das sicherlich keine leichte Aufgabe. Es war für den Anfang wohl doch etwas zu viel für ihn, denn die Kartoffeln durfte ich allein genießen. Der Hunger war ihm jedenfalls vergangen 🙂 Was bin ich froh, einen guten Koch an Bord zu haben.

Nach der allabendlichen Funkrunde um 18:00 auf Kurzwelle verabschiedeten sich alle Besatzungen mit einem Gruß und guten Wünschen in die Nacht. Die erste Wache sollte Uwe übernehmen, da ich von der ganzen Arbeit auf dem Vorschiff immer noch etwas geschafft und müde war. CESARINA war ausgezeichnet eingestellt und lief zufrieden durch die See. Störungen waren nicht zu erwarten und nach einem kurzen Briefing, legte ich mich um 19:30 in die Koje zum Schlafen. Uwe hatte alles im Griff und weckte mich um 01:00 zur Wachablösung. Er hatte seine erste Nacht allein im Cockpit scheinbar sehr genossen. Ein gute Voraussetzung für die nächsten gemeinsamen Monate auf unserem Weg nach Australien. Für mich ist ein gutes Gefühl, einen Freund an Bord zu haben, dem ich meine CESARINA anvertrauen kann und der sie vor allem auch zu schätzen weiß, so wie ich es tun.

So kann es gern weiter gehen! In ca. fünf Tagen werden wir in Santa Marta ankommen und uns auf einige interessante Entdeckungstouren freuen. Fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass sich heute ein dicker Fisch den Köder samt Schnur geschnappt hat. Die 1,2mm starke Nylonleine hat er einfach durchgebissen. Uwe konnte es gar nicht glauben als er die Fetzen gesehen hat. Er sagte nur immer wieder, dass ihm seine Freunde aus der Flensburger Förde das nicht glauben würden. Willkommen in der Abteilung „Hochseesegeln“ !

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