Kategorie-Archiv: Vorbereitungen

Der krönende Abschluss…..

…war dann der Besuch meines Ehemannes in Deutschland. Natürlich hatte er es sich nicht nehmen lassen, meinen Geburtstag mit mir und meinen Eltern im ungemütlichen Deutschland zu verbringen 🙂 Oder sollte der Grund der Deutschlandreise vordergründig doch eher der Besuch der amerikanischen Botschaft in Frankfurt gewesen sein, um unsere B2-Visa persönlich zu beantragen?

Genau ein Woche nach mir landete Dietmar gegen Mittag in Köln. Das Programm für die zwei Tage war minutengenau getaktet. Direkt vom Flughafen aus machten wir uns zusammen auf, unseren Pferdchen einen Besuch abzustatten. Die Familie Tillmanns hatte es sich nicht nehmen lassen, die Weltreisenden zum Mittagessen einzuladen. Da ich schon letzte Woche in den Genuss gekommen war, wollte ich dieses Erlebnis Dietmar natürlich nicht vorenthalten.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Wohnung und der Begutachtung der angekommenen Bestellungen mussten wir dann schon wieder weiter zu Stephie und Familie. Unsere bestellten Wäschesäcke waren fertig 🙂 Wie ich erwartet hatte, sind sie wunderschön geworden. Ob wir die überhaupt wiederbekommen werde, wenn ich die in der Karibik irgendwo abgeben würde???  Das müssten wir uns dann vielleicht noch einmal gut überlegen 🙂

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Nach einer Tasse Kaffee ging es weiter zu meinen Eltern. Gut, dass nur ein kleines Abendessen geplant war. Nach dem ausgiebigen Mittagessen (Schweinefilet im Backofen mit Apfel überbacken) war noch überhaupt kein Platz für mehr als ein Salat. Aber wir sind ja auch nicht nur zum Essen gekommen. Von Dietmars 50. Geburtstag stand noch ein Geburtstagsgeschenk aus. Jetzt ist der Kapitän passend zum stilvollen Schiff stolzer Besitzer einer Gitarre. Immer wieder hatte er gesagt, dass er dieses Instrument gern lernen wollte. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich bin mal gespannt, wann er mir das erste Ständchen spielen kann 🙂

So ist der erste Tag wie im Flug vergangen. Am Donnerstag, meinem Geburtstag, hatten wir eine ganz besondere Verabredung. Einen Interviewtermin bei der amerikanischen Botschaft in Frankfurt. Da mussten wir sehr früh raus aus den Federn und saßen schon um sieben ziemlich verschlafen im Auto 🙂

Trotzdem hatte es sich der Herr Henke nicht nehmen lassen, mich mit einem tollen Geburtstagsgeschenk zu überraschen. Das stand nämlich schon seit drei Tagen im unserem Wohnzimmer mit dem strikten Verbot, es zu öffnen. Auch wenn die Verpackung (eine Bananenkiste) ziemlich zu wünschen übrig ließ, war der Inhalt doch genau nach meinem Geschmack:

Neue Kissen mit der „Summsi“ (unserem Wappentier)  aus Segeltuch für unsere CESARINA für drinnen und draußen geeignet. Die hat er bei der „Nähstube Meiken Koch“ in Kiel anfertigen lassen. Das gefällt der Frau 🙂

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Nach der Geschenkübergabe war aber erstmal Schluss mit gemütlichem Geburtstag feiern. Durch Nebel, Regen und Berufsverkehr ging es nach Frankfurt. Dort wurde unsere Geduld hart auf die Probe gestellt. Um drei Fragen persönlich zu beantworten, hatten wir fast zwei Stunden warten müssen. Der Zugang der Botschaft ist gesichert wie …..der Zugang zu einer amerikanischen Botschaft eben. Es wurde alles kontrolliert, deutlich strenger als am Flughafen. Sogar mein Maßband musste draußen bleiben und auch Datenträger und USB-Sticks stellten eine gefährliche Bedrohung dar, genau wie die elektronischen Seekarten in Dietmars Rucksack 🙂

Aber nach den zwei Stunden bekamen wir all unsere Habseligkeiten wieder vollständig ausgehändigt und konnten die Rückreise nach Leverkusen antreten. Nach dem anstrengenden Ausflug hatten wir uns meinen Geburtstagskuchen bei meinen Eltern redlich verdient 🙂

Bis zum Abendessen brachten wir noch die gesammelten Unterlagen und den Genacker der SUMMER zur Post. Damit war diese Baustelle für uns nun auch erledigt. Christian, dem neuen Eigner der SUMMER, wünschen wir natürlich immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und mindestens genau so viele schöne Stunden mit der SUMMER, wie wir sie erleben durften.

Ein schöner Ausklang des eher anstrengenden Geburtstages war das gemeinsame Abendessen mit meinen Eltern in der Waldschenke in Dhünnwald, meinem absoluten Lieblingsrestaurant. Wer irgendwann einmal in der Kölner Gegend ist, dem kann ich einen Besuch nur wärmstens empfehlen 🙂 Auch an diesem Abend war das Essen wieder köstlich und der empfohlene Wein ein Genuss. Sogar Dietmar hatte ihm nicht widerstehen können. So lag er nach dem Essen Zuhause schon friedlich schlummernd in den Federn, während ich noch unser Gepäck für den morgigen Rückflug sortierte und zusammenpackte. So konnte ich mir sogar noch ein gemütliches Bad gönnen, bevor ab morgen wieder die Zeit der öffentlichen Gemeinschaftsduschen beginnt 🙂 Aber man kann ja nicht alles haben 🙂

 

 

 

 

Das war aber wirklich das letzte Mal in 2015 :-)

In der ersten Woche meines letzten Heimaturlaubs in dem Jahr 2015 habe ich brav und fleißig alle noch anstehenden Dinge organisiert und erledigt. Besuch bei Freunden und Bekannten hatte ich deswegen auf ein Minimalmaß reduzieren müssen. In unserer Wohnung wuchs täglich der Stapel von Dingen, die noch mit auf die CESARINA sollten. Dietmar blieb an Bord der CESARINA zurück, um sich um die Um- und Ausbauarbeiten am Schiff zu kümmern. Außerdem hätte er den Flug mit seinem Rücken wohl auch nicht so gut überstanden.

Das Wichtigste erledigte sich gleich am Anfang meines Aufenthalts. Am Donnerstag nach meiner Ankunft kam unser sehnlich erwartetes Schiffszertifikat per Einschreiben mit Rückschein bei meinen Eltern an. Gerade passend, denn die Bundesnetzagentur hatte sich heute Vormittag schon per Email bei mir gemeldet: „Den Antrag auf ein Rufzeichen und eine MMSI könne man ohne Auszug aus dem Seeschiffregister leider nicht bearbeiten.“  Gar kein Problem, der ist ja bei dem Zertifikat mit dabei gewesen. Schnell hatte ich diesen eingescannt und per Mail geschickt. Somit waren die letzten fehlenden offiziellen Unterlagen auch auf den Weg gebracht.

Sonst hatte ich aber in Deutschland noch ein paar weitere Dinge zu besorgen. Zum Teil waren es ganz triviale Sachen wie zum Beispiel Spannbettlaken. Unsere neuen Kojen sind doch deutlich schmaler als die auf der SUMMER. In Portugal hatte ich mein Einkaufsglück schon versucht, aber die Qualität der Laken hat mich nicht überzeugen können. Irgendwie bettet sich der Portugiese anscheinend anders und wir wollten auf die gewohnte deutsche Qualität nicht verzichten 🙂

Durch den Bootswechsel hatten sich noch zwei zusätzliche Punkte auf meine To-Do-Liste geschlichen. Auf der SUMMER hatte ich den Luxus, meine Wäsche schön gemütlich an Bord selber waschen zu können. Jetzt gehören wir zu den 90% der Segler ohne Waschmaschine. Von anderen Langfahrtseglern hatte ich gehört, dass Wäschesäcke mit dem Schiffsnamen sehr hilfreich wären.

Meine letzte Begegnung mit einer Nähmaschine liegt aber schon ein paar Jahre zurück. Keine guten Voraussetzungen, um eine solche Aufgaben zu bewältigen. Außerdem hätte ich im ersten Zug erstm einmal wieder eine Nähmaschine kaufen müssen. Das hätte sich wohl nicht gerechnet. Gut, wenn man in seinem Freundeskreis Leute hat, die sich ganz hervorragend mit solchen Dingen auskennen 🙂

So führte mich mein Weg direkt nach meiner Ankunft zu meiner alten Freundin Stephie und ihrer Mutter, beide wahre Meister im Umgang mit Nadel und Faden 🙂 So musste ich erstaunt feststellen, dass ein Wäschesack nicht gleich eine Wäschesack ist 🙂

Erfreulicherweise konnte ich bei den Beiden aber auch gleich mein zweites Anliegen von meiner To-Do-Liste streichen: Insektenschutznetze für unsere Luken, die doch sehr weit vom Standard abweichen. Nachdem wir diverse Details geklärt und Einzelheiten besprochen hatten, war ich mir sicher, dass ich Ende nächster Woche mit perfekten Lösungen nach Portugal zurückkehren würde 🙂

Jetzt fehlten nur noch die neuen Schiffsstempel und Visitenkarten. Das Design hatte ich in Portugal schon entworfen und brauchte nur noch unser Rufzeichen und die MMSI zu ergänzen. Dank Internet waren auch diese Punkte schnell erledigt.

Schiffstempel Cesarina

Visitenkarte - Rückseite

Unser neues Rufzeichen „DHKG“ werden wir uns besonders gut merken können 🙂 Die ersten zwei Buchstaben „DH“ stehen natürlich für Dietmar Henke und die letzten beiden „KG“ für Katja Glaubitz. Das war mein Mädchenname, bevor ich eine Henke wurde. Es ist mal wieder ein merkwürdiger Zufall, dass wir genau dieses Rufzeichen zugewiesen bekamen. Der Anfang mag sich ja noch aus dem Antragsteller Dietmar Henke ergeben haben, aber mein Name wurde bei der Eintragung gar nicht erwähnt. Anscheinend mal wieder eine Kleinigkeit, die wohl einfach so sein sollte 🙂

 

 

 

Eine Einladung zum Essen einmal anders

Für den heutigen Abend hatten wir Emil und Marita von der SY MIELI zu uns zum Abendessen eingeladen. Nach einem arbeitsreichen Tag sah es im Schiff doch schon sehr manierlich aus. Auch in der Pantry stand der Zubereitung eines Abendessens für vier Personen nicht mehr viel im Wege. So machte ich mich am Nachmittag noch auf den Weg zum Supermarkt, um unser Abendessen zu komplettieren. Fleischspieße und einen großen Salat hatte ich geplant.

Die Planung hatte ich aber ohne meinen rückenkranken Ehemann gemacht. Schon am Nachmittag war es ihm kaum noch möglich, eine bequeme oder schmerzfreie Position zu finden. Sitzen, Stehen oder Liegen war alles kein Genuss mehr. Besonders das Sitzen in unserem Salon bereitete ihm Probleme und knapp 10 Minuten, bevor unsere Gäste eintrafen, musste er hinüber zur SY MIELI humpeln.

Aber wir wollten das Essen natürlich nicht ins Wasser fallen lassen 🙂 Das Cockpit der MIELI hatte sich seit gestern zum absoluten Lieblingsplatz meines Ehemanns entwickelt. Hier fand er immer eine Möglichkeit, wenigstens eine kurze Weile schmerzfrei sitzen zu können. So hatte er unseren Salat schon mit im Gepäck und ich konnte wenig später mit den fertigen Spießen nachkommen. So wurde es doch noch ein lustiger Abend, anders als geplant, aber die beiden waren ja flexibel 🙂

 

 

Getrennte Schlafzimmer oder die Rache der SUMMER

Anscheinend kommt in jeder Beziehung oder Ehe irgendwann einmal die Zeit, in der getrennte Schlafzimmer gefragt sind 🙂 Das war bei uns jetzt auch der Fall. Es hört sich jetzt aber viel dramatischer an, als es wirklich war. Hier ging es nicht um Ehestreitigkeiten und unüberbrückbare Differenzen :-). Nein, dem lag eine völlig andere Ursache zu Grunde.

Am vergangenen Samstag hatten Dietmar und Christian, der neue Eigner der SUMMER, die SUMMER mit ihrer nagelneuen Abdeckplane sicher „verpackt“. Diese wurde ihr perfekt auf den Leib geschneidert und passte daher auch wie angegossen. Befestigt wurde sie ringsherum mit vielen Haken und Spanngurten an der Seereeling. Und um diese Befestigungsleinen und Spanngummis ordentlich anzubringen, musste „Mann“ unter der Plane auf Händen und Knien krabbeln, immer mit dem Gewicht der schweren Plane im Rücken. So klagte Dietmar nach getaner Arbeit am Samstagabend über heftige Rückenschmerzen. Anscheinend hatte die SUMMER die letzte Gelegenheit genutzt, und sich an dem untreuen Kapitän gerächt. Da konnte ich sie wirklich verstehen 🙂

So ließen wir den Sonntag erst einmal ruhiger angehen und hofften auf Besserung. Leider wurde es statt besser immer noch schlimmer. Wärmesalbe, Schmerztabletten und Wärmflasche brachten auch keine Linderung der Qualen. Gezwungen nahezu untätig neben einem riesigen Berg von Arbeit zu sitzen, verschlechterte sich Dietmars Laune mit jedem weiteren Tag, der ins Land ging. Gut gemeinte Ratschläge, doch endlich einen Arzt aufzusuchen , wurden aber noch beflissentlich überhört. Erst am Mittwoch nach einer durchgemachten Nacht trotz hochdosierter Schmerztabletten , als wirklich gar nichts mehr ging, machte sich mein Kapitän auf zu einem Osteopathen. Unser RAYMARINE-Spezialist Janusz schwärmte von dem Mann als wahrem „Wunderheiler“ und ließ es sich  daher nicht nehmen, Dietmar persönlich dort hinzufahren. Bei soviel Schwärmerei wird man ja  schon fast beim Zuhören gesund.

Während die Beiden unterwegs waren, machte ich mich auf den Weg, unseren bestellten Mietwagen abzuholen. Noch unterwegs erhielt ich die Nachricht, dass der Kapitän nahezu wieder hergestellt sei 🙂 Nur einmal schlafen und morgen wäre er wieder wie „neu“. Das hörte sich sehr vielversprechend an. Ganz so rosig wie beschrieben, entwickelte der Gesundheitszustand meines lieben Ehemannes aber dann doch noch nicht. Als ich am Abend beladen mit den Einkäufen aus dem Baumarkt wieder am Hafen ankam, musste ich aus Sicherheitsgründen doch besser erst einmal alles alleine an Bord tragen. Machte ich doch gerne, ich wollte ja der Wunderheilung nicht im Wege stehen.

So ging es ihm am nächsten Morgen schon deutlich besser. Ganz wichtig war aber, nicht durch schnelle und unvorsichtige Bewegungen, diesen fragilen Zustand wieder zu zerstören. Am Nachmittag machte dann unsere Kaffeekanne alle Fortschritte zu Nichte. Während Dietmar an Deck noch mit jemandem sprach, hatte ich die Kanne mit den Kaffeeresten vom Frühstück neben ihm auf der Bank platziert, damit er den Kaffeesatz nach Gesprächsende über Bord entsorgen konnte. Ich glaubte, dass er mich und auch die Kanne wahrgenommen hatte. Naja, glauben heißt bekanntlich nicht wissen. Und kurze Zeit später landeten die Kanne und der restliche Kaffee auf dem Cockpitboden. Das wäre ja nicht schlimm gewesen, aber bei dem Versuch, dies zu verhindern, hörte Dietmar eine ungesundes und laut vernehmliches Knacken im Rücken. Jetzt konnte er sich überhaupt nicht mehr rühren.

Das Abendessen mit Emil und Marita von SY Mieli, die heute von Albufeira nach Vilamoura gekommen sind, um uns zu besuchen, brachte er tapfer noch hinter sich, aber ein anschließendes Glas Wein konnte Dietmar sich nicht mehr vorstellen. Also wieder Wärmesalbe und Schmerztabletten auf das geplagte Kreuz und ab ins Bett. Ich verbrachte noch einen lustigen Abend mit den Beiden und trank einfach Dietmars Wein mit 🙂 Als ich zurück auf die CESARINA kam, entschloss ich mich, lieber im Salon zu schlafen. Dietmar wälzte sich von links nach rechts und bei einer Breite der Koje von 1,40m  wäre dort für mich eh kein Platz mehr frei gewesen.

Am nächsten Morgen waren wir Beide unausgeschlafen und müde. Dietmar hatten die Schmerzen den Schlaf geraubt und mir das ungewohnt schmale Bett ohne weiche Matratze. Da eine baldige Rückkehr ins gemeinsame Bett im Laufe des Tages immer unwahrscheinlicher wurde, machte ich mich daran, endlich das Vorschiff auszuräumen. Hier hatten wir ja noch eine sehr gemütliche Koje, begraben unter all den Dingen, die bisher noch keinen neuen Platz im Schiff gefunden hatten. Aber nach zwei Stunden hatte ich mir einen tollen Platz für die kommenden Nächte erkämpft 🙂 Das sah wirklich sehr vielversprechend aus.

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So konnte Dietmar in Ruhe und mit ungestörtem Schlaf auf der breiten Matratze seinen Rücken weiter kurieren und ich konnte im Vorschiff auch  einen erholsamen Schlaf finden. Manchmal sind getrennte Betten nicht die schlechteste Lösung 🙂 Trotzdem freue ich mich darauf, wenn mein lieber Mann wieder gesund ist. Denn eine Dauerlösung ist das zumindest bis jetzt wohl noch nicht 🙂

 

 

 

 

Er kam, sah…..und kaufte

Man soll ja nicht über ungelegte Eier sprechen, deshalb können wir Euch erst heute einweihen.

Am letzten Freitag hatten wir Besuch 🙂 Der erste Interessent für unsere SUMMER ließ es sich nicht nehmen, die Gute noch im Wasser kennen zu lernen. Der Krantermin war ja für den Nachmittag um halb drei angesetzt und Christian stand pünktlich um 10:00 bei uns am Steg. Nach einer kurzen Kaffeepause machten sich die beiden Herren dann noch einmal auf, um mit der SUMMER eine Runde auf dem Meer zu drehen. Segeln war leider nicht möglich, da heute überhaupt kein Wind herrschte. War aber auch nicht weiter tragisch denn für einen Check aller Aggregate, Segel und Einrichtungen war der Ausflug optimal.

Ich blieb alleine auf unserer CESARINA zurück und versucht dort, das Chaos zu bekämpfen. Heute morgen hatten wir die letzten Sachen, mehr oder weniger geordnet hinüber getragen. Eigentlich gab es kein Durchkommen mehr – überall Taschen, Kisten und Körbe. Nur auf unserem Bett, in dem wir ja unsere erste „offizielle“ Nacht auf unserem neuen Zuhause verbracht hatten, war noch nicht mit Zeug zugestellt. Das sollte sich im Laufe des Tages aber ändern.

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Schon kurz nach Mittag waren die beiden Herren zurück und in bester Stimmung. Jetzt musste noch das zweite Vorsegel abgeschlagen und im Vorschiff der SUMMER verstaut werden. Auch hier ging Christian Dietmar gekonnt zur Hand. Falls er sich für die SUMMER entscheiden sollte, würde er sie so auf jeden Fall schon ganz gut kennengelernt haben. Meine Hilfe wurde heute auf jeden Fall nicht benötigt 🙂 Und auch zum Bootslift fuhren die Beiden auch ohne mich. Vielleicht eine gute Entscheidung, denn ich bin doch immer so nah am Wasser gebaut. So konnte ich aus sicherer Entfernung ein letztes Mal zusehen, wie unsere SUMMER mit dem Lift an Land gehoben wurde.

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Gegen Abend war dann alles erledigt. Die Summer stand ordentlich gereinigt auf einem stabilen Hard-Stand auf einen sicheren Platz am Ende der Marina. Die Herren genehmigten sich ein wohlverdientes Anlegerbier und hatten immer noch eine Menge zu erzählen. Auch beim anschließenden Sushi-Essen ging es lustig weiter. Was für ein netter und lustiger Geselle. Dem würden wir ja unsere SUMMER wirklich gern überlassen.

Auch am Samstag war noch eine Menge zu erledigen. Heute würde endlich die speziell für die SUMMER angefertigte Abdeckplane zum Einsatz kommen. Die reist ja schon seit zwei Jahren unbenutzt und gut verpackt in einer der Backskisten mit. Der Aufbau gestaltete sich aufwändig, aber das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Erst am Nachmittag waren Christian und Dietmar wieder zurück. Jetzt mussten aber noch wichtige Dinge besprochen werden. Das war ja keine Vergnügungsreise 🙂

Im Prinzip war eigentlich alles klar :-), aber über solch eine Entscheidung muss man ja auch eine bisschen nachdenken dürfen. Außerdem stand noch ein Gespräch mit der besseren Hälfte an, die leider nicht so spontan mit nach Portugal hatte reisen können. Um weitere Schritte vorzubereiten, füllten wir aber schon einmal den Kaufvertrag komplett aus und  vereinbarten eine Bedenkzeit bis Mittwochmittag 🙂

So machte sich Christian am Sonntagmorgen wieder auf den Weg nach Deutschland und wir wendeten uns wieder unseren Arbeiten auf und an der CESARINA zu. Langsam ging die Zeit ins Land und wir blickten verhalten optimistisch dem Mittwochmittag entgegen.

Mittwochnachmittag waren wir beide dann doch etwas gefrustet. Keine Nachricht, kein Anruf – nichts!!! Das passte überhaupt nicht mit unserem ersten Eindruck von Christian zusammen. Wenn er sich gegen die SUMMER entschieden hätte, dann hätte er sich doch wenigsten gemeldet 🙁  Irgendwie sehr merkwürdig.

Wenig später klärte sich die Situation auf 🙂 Schon am Mittag hatte Christian versucht, uns telefonisch zu erreichen. Aber irgendwie hatte Dietmars Telefon alle Anrufe boykottiert. Auch die danach verschickte Email trafen erst am späten Abend ein. Aber gegen fünf Uhr war Dietmar wieder erreichbar und konnte die gute Nachricht dann doch persönlich entgegen nehmen:

Unsere SUMMER ist verkauft!!

Und sie kommt unserer Meinung nach in wirklich gute Hände. Wir wünschen den Beiden natürlich nur das Beste, viele tolle Erlebnisse und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Um es einfach zu formulieren: Es soll für die Beiden mit der SUMMER so spannend weitergehen wie bisher 🙂

 

 

 

Zeit, um Bilanz zu ziehen

Unbestritten liegen für uns einige ziemlich ereignisreiche Wochen hinter uns. Alles hätte doch einfach sein können, wäre uns auf den Azoren nicht die CESARINA über den Weg gelaufen. Wir hätten alles so lassen können, wie es war und mit einem zugegebenermaßen in jeder Hinsicht perfekt ausgestattetem Schiff unsere Reise wie geplant fortsetzen können. Stressfrei, sorgenfrei und mit viel Raum und Zeit für weitere Ausflüge, um wie bisher Land und Leute zu kennen zu lernen. Aber alles kam eben anders und vom ersten Tag an hat mich die CESARINA einfach nicht mehr „klar“ denken lassen. Sie hat mich gefangen genommen und seit jenem Tag, habe ich an sie gedacht, wenn ich abends schlafen gegangen bin und dann wieder wenn ich morgens aufgewachte. Jeden Tag! So war es damals auch, als ich Katja kennengelernt habe oder auch als ich eines Tages von dem Wunsch besessen war, ein Unternehmen zu gründen. Vernunft oder irgendwelche allgemeinen Konventionen sind mir seit je her immer schon fremd gewesen und haben sich stets meinen Wunschschlössern und Visionen unterordnen müssen.

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Doch das Abenteuer „CESARINA“ spielte sich irgendwie in einer anderen Dimension ab. Im Gegensatz zu meiner Zeit als Unternehmer, in der ich stets meine Vorstellungen und Visionen umsetzen konnte, weil eine großartige Mannschaft und eine starke Frau hinter mir gestanden hat, stand ich dieses Mal oft ganz allein da. Katja hatte mir doch über zwei Monate fast täglich klar gemacht, dass sie aussteigen würde, wenn ich ernsthaft daran festhalten würde. Sie hatte darauf gebaut, dass sich das Thema mit der Zeit erledigen würde, wenn sich das Fieber wieder gelegt hätte. Pieter, der Voreigner, hatte mir alle Nachteile aufgezählt, die ein solches Schiff mit sich bringen würde. Er sagte so treffend, dass es absolut keinen rationalen Grund gäbe, sich dafür zu entscheiden, sondern einzig und allein nur Liebe und Leidenschaft diesen gewaltigen Aufwand rechtfertigen könnte. Genau das aber war der Fall und so kam es wie es kommen musste. Seit zwei Tagen steht die SUMMER auf Land und wir leben auf unserer CESARINA.

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14 Tage voller Arbeit liegen jetzt hinter uns. Das erste Mal in den letzten drei Monaten ging es mir für eine Zeit lang nicht mehr gut mit unserer Entscheidung. Der Grund dafür war, dass ich gespürt habe, wie sehr Katja unter dem ehrgeizigen Projekt und dem meist von mir verursachtem Stress leidet. Den Satz „ich kann nicht mehr“ hatte ich bisher nur einmal in den letzten 15 Jahren von Ihr gehört. Das ging sogar mir unter die Haut. Das Tempo mit der wir den Umbau der CESARINA vorangetrieben haben, war aber auch nicht von schlechten Eltern. In zwei Monaten das umzusetzen, wofür wir früher 2 Jahre gebraucht haben, kann man ja durchaus auch als „sehr ambitioniert“ betrachten. Nur damals hatten wir eine Firma mit der Ausrüstung der SUMMER beauftragt und heute sind wir selber dabei. Dazu kommt noch der Umstand, dass die SUMMER noch auf einen Käufer wartet. Den lang geplanten Urlaub mit Katjas Mutter auf Madeira hat sie dann obendrein auch noch absagen müssen, weil die Zeit einfach nicht ausgereicht hätte. Das alles war einfach zu viel für sie und mir kamen ernsthafte Zweifel, ob ich es dieses Mal nicht übertrieben hätte. Ich hatte ihr angeboten, den Urlaub auf Madeira mit Ihrer Mutter trotzdem zu machen. Doch allein lassen wollte sie mich auch nicht. So eine Frau und Partnerin muss „Mann“ wohl sehr lange suchen.

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Katjas Mutter wird uns jetzt also in der Karibik besuchen kommen. Da macht das Tauchen und Schwimmen bestimmt genauso viel Spaß. Katja hat unsere CESARINA bereits sehr wohnlich und schön eingerichtet und wir freuen uns schon sehr auf die kommenden und sicherlich spannenden Wochen und ferne Länder.

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Mein Traum ist zu unserem Traum geworden! Was kann es Schöneres geben? Wir sind guter Dinge, für unsere SUMMER einen neuen und hoffentlich glücklichen Eigner zu finden. Überhaupt ist das gute Gefühl wieder an Bord, alles richtig gemacht zu haben. Auch kann ich nicht verleugnen, sehr stolz zu sein, dass wir mit einem solchen Juwel der Schiffsbaukunst unsere Reise fortsetzen dürfen. Fast täglich kommen wir mit anderen Menschen ins Gepräch, die unsere „Vision“ für sich selber als Anlass nehmen, an der Umsetzung ihrer eigenen Träume zu arbeiten. Das muss nicht unbedingt ein Schiff sein 🙂 Einfach nur das Bewusstsein zu haben, dass es sehr lohnend sein kann, wenn man sich traut, einen Schritt ins Ungewisse zu machen 🙂 Auf sein Gefühl zu hören und etwas zu wagen! Es lohnt sich immer 🙂

Die letzte Nacht auf der SUMMER – 2. Versuch

Eigentlich hatten wir ja gestern schon angekündigt, dass wir das letzte Mal auf unserer SUMMER nächtigen würden. Aber so viel zu Thema Planung. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Eigentlich war der heutige Tag sehr erfolgreich. Während ich auf der SUMMER unser letztes Hab und Gut in Tüten verstaute, um es am Abend bequemer hinüber tragen zu können, hatte Dietmar schon angefangen, die umlaufende Holzleiste anzuschleifen und neu zu lackieren. Das sah richtig schick aus 🙂
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Leider hatten wir die Arbeiten des Handwerkers, der im Teakdeck die reparaturbedürftigen Fugen austauschte, nicht richtig im Blick. Erst am späten Nachmittag ging uns auf, dass genau hinter unserem Bordeinstieg fast ein Quadratmeter Fugen entfernt und neu eingedichtet wurden. Hier konnte man heute nicht mehr drüber gehen 🙁

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Und den weiteren Bordszugang hatte Dietmar mit seinen Lackierarbeiten auch noch stark eingeschränkt. So gab es noch die Möglichkeit, bei den Backstagen über einen 20 Zentimeter breiten Metallbeschlag zu klettern. Nicht der optimale Zugang, wenn man mal eben den restlichen Hausstand umziehen möchte.

So zog ich wieder ein Bettlaken auf das schon ordentlich hergerichtete Bett in der Eignerkabine der SUMMER 🙂 Morgen gibt es aber kein Entkommen mehr 🙂 Weitere Lackierarbeiten des Kapitäns werden aufs Wochenende verschoben und unser Handwerker wird sich eine andere Ecke zum Reparieren suchen müssen 🙂 Morgen brauchen wir freie Fahrt mit Tüten und Taschen und den letzten Kleinigkeiten, die bei jedem Umzug immer bis ganz zu Schluss stehen bleiben.

Am Freitag ist definitiv Krantermin für die SUMMER, da führt kein Weg dran vorbei. Und wir sind dann auch froh, wieder alle Dinge auf einem Boot vereint zu haben. Es ist ja nett, abends mal zum Essen auszugehen, das ist aber eindeutig kein Dauerzustand. Am Wochenende werde ich meinen neuen riesengroßen Kühlschrank auf der CESARINA mit tollen, frischen Sachen füllen 🙂 Ich freue mich schon richtig darauf, wenn es eine erste vernünftige Mahlzeit auf den neuen Schiff gibt, egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen 🙂

 

 

Zwischen den Schiffen – Keine leichte Übung

Meistens sind wir abends einfach zu müde, um noch Lesenswertes für den Blog zu schreiben. Eine große Menge an Arbeit ist über uns hereingebrochen. Hier einfach mal zur Information ein kleiner Überblick, was wir bisher schon erfolgreich erledigt haben:

  • Motorwartung
  • Generatorwartung
  • Wassermacher eingebaut
  • Windsteueranlage eingebaut
  • Navigation fast fertig eingebaut
  • Toilettenpumpe ausgebaut, gereinigt „refitted“ und neu lackiert
  • Vorschiff innen neu lackiert (2x, da die erste Farbe nicht die richtige war) Zwischendurch einen Tag lang im Vorschiff die Farbe wieder entfernt :-()
  • Bilge komplett gereinigt
  • Bodenbretter gereinigt
  • Schränke gereinigt oder neu lackiert
  • Matratzen und Polster reinigen lassen
  • Diverse Regale für die Schränke anfertigen lassen
  • Kompassgehäuse zum Verchromen ausgebaut
  • Fenster ausbauen und neu eingedichten lassen
  • Neue Segel bestellt und am Schiff durch NORTH SAILS vermessen lassen
  • Rettungsinsel und Schwimmwesten warten lassen
  • Inventarlisten erstellt
  • Den gesamten Hausstand geprüft, sortiert, zusammengeführt oder aussortiert

Und zwischendurch ziehen wir ja auch noch um. Eine gar nicht so einfach Übung, denn der Platz auf einem Schiff ist ja deutlich begrenzt. Mehr als vier Handwerker auf einmal sollten sich nicht auf der CESARINA befinden, sonst käme es irgendwann zu Mord und Todschlag. Und wenn gearbeitet wird, kann nicht gleichzeitig umgezogen werden. Da hat man einfach keine Chance. Trotzdem geht es jeden Tag voran, mal in großen, mal in kleinen Schritten.

Heute befinden wir uns in einem merkwürdigen Zwischenzustand. Wir sind ja schon ziemlich weit gekommen und der „Absprung“ steht kurz bevor. Die kommende Nacht ist die letzte auf unserer SUMMER. Aber Frühstücken müssen wir eindeutig schon auf der CESARINA, denn auf der SUMMER gibt es mittlerweile keine Tassen oder Teller mehr. Die haben drüben schon einen schönen Platz im Schrank gefunden.

Das heutige Abendessen, das eigentlich schon auf der CESARINA gekocht werden sollte, fiel leider noch ins Wasser. Der Zugang zum Herd war mit Werkzeugkisten so zugestellt, dass Kochen nicht gefahrlos möglich gewesen wäre. Und alle Utensilien wieder zurück auf die SUMMER zu tragen, wäre doch etwas kontraproduktiv gewesen. So gab es heute Pizza von Pizza-Hut, sehr praktisch direkt aus der Schachtel. Und Besteck brauchte man auch nicht 🙂

 

Wie man Mitglied in einem Yachtclub wird

Eigentlich organisiert man sich in Deutschland in Vereinen, egal welchem Hobby man nachgeht. So waren wir auch lange Mitglied in einem Reitverein, aber für unsere Segelei war uns bisher noch kein geeigneter Club über den Weg gelaufen.

Das sollte sich heute ändern 🙂 Am späten Nachmittag macht die deutsche Yacht ARNDT aus Kiel bei uns am Steg fest. Wir waren begeistert 🙂 Nach den vielen Tagen harter Arbeit so ganz alleine in Vilamoura, kündigte sich endlich mal wieder Abwechslung an. Dietmar kam mit der fröhlichen Herrentruppe auch gleich ins Gespräch. Wir stellen immer wieder erneut fest, das die CESARINA wie ein Magnet auf Menschen wirkt und besonders Segler nahezu magisch anzieht. Die Dame von der Rezeption hat zu der Crew der ARNDT gesagt, dass deren Liegeplatz am Pontoon mit der schönen blauen Yacht liegt 🙂

Die Herren kamen aus Kiel, eine fröhlich zusammengewürfelte Crew aus Mitgliedern des Kieler Yachtclubs  (KYC) mit der Aufgabe, ein Vereinsschiff ins Mittelmeer zu überführen. Die X-Yacht wird für 18 Monate eine Rundreise mit wechselnden Crews aus Vereinsmitgliedern machen mit der Mission, Werbung für die Stadt Kiel als Austragungsort für die Wassersport-Olympiade 2018 zu machen.  Als es dann um die Abendgestaltung ging, entschieden wir uns gemeinsam zum Essen zu gehen. Unsere Geschichte mit den zwei Schiffen schien großes Interesse geweckt zu haben.

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Kurze Zeit später hatten wir in einem englischen Pub an der Promenade eine netten Tisch gefunden. Wir beide genossen es, endlich einmal wieder andere Gesprächspartner am Abend zu haben und saßen so weit es ging an beiden Tischenden von einander entfernt, um uns unter die Leute zu mischen 🙂 Ab morgen würde ja wieder mehr oder weniger traute Zweisamkeit herrschen, da musste man den heutigen Abend schon mal auskosten 🙂 Dietmar saß zwischen Hauke Bohnen (Skipper und Vorstand KYC) und dem Ex-Pächter des Vereinsheimes Dieter. Beides äußerst erfahrene Segler und zwei Menschen mit einem extrem hohen Spaßfaktor 🙂

Unsere Lebensplanung und unsere bisherige Reise weckte bei dem einen oder anderen doch auch Wünsche und Begehrlichkeiten bezüglich seiner weiteren Lebensplanung. Lustigerweise waren auch zwei Reiter dabei. Es gab also eindeutig keine Mangel an gemeinsamen Themen und die Zeit flog förmlich dahin.

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Und je später der Abend wurde, desto lustiger wurde die Runde. Der anfänglich so belächelte Alleinunterhalter brachte dann doch richtig Stimmung in den Laden und es durfte getanzt werden 🙂

Morgens um zwei waren wir zurück auf der SUMMER, während die Herren noch weiter die Lokale unsicher machten. Erst morgens um sechs war die Crew der SY ARNDT wieder komplett 🙂 Die machen es genau richtig. Außerdem mussten die Jungs ja auch nicht am nächsten Morgen wieder arbeiten 🙂 sondern nur weiter segeln.

Wir beide waren am nächsten Morgen zwar auch etwas später unterwegs als gewöhnlich, aber gegen zehn Uhr gingen unsere Umzugsarbeiten weiter. Samstag ist generell ein guter Tag für uns, denn gegen Mittag sind alle Handwerker verschwunden und wir können uns richtig austoben.

Gegen Mittag machte sich auch die SY ARNDT auf den Weg weiter in Richtung Westen. Vorher war die CESARINA aber noch ordentlich von Innen und Außen bewundert worden, obwohl bei dem momentanen Zustand doch etwas Phantasie benötigt wird all ihre Vorzüge und ihre Schönheit entsprechend zu erkennen. Die neue Mitgliedschaft im Kieler Yachtclub war nach dem Abend nur noch Formsache und der Antrag war schon vor dem Frühstück im Sekretariat des KYC. Das hatte Dietmar gestern Abend an seinem Tischende ausdiskutiert. Eigentlich sehr lustig, da wir unabhängig davon sowieso Kiel als Heimathafen für unsere CESARINA ausgesucht hatten. Jetzt flattert der Vereinsstander des KYC unter unserer Backbordsaling und irgendwann ist wohl auch ein Liegeplatz in Kiel für uns reserviert 🙂 Aber das hat ja noch ein bisschen Zeit 🙂

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Ein totaler Durchhänger mit Folgen

Am Montag legten wir mit den Handwerkern zusammen ein beeindruckendes Tempo vor. Leider war es schon im Laufe des Vormittags schwierig, überhaupt noch ein freies Plätzchen zum Arbeiten auf der CESARINA zu finden. So zog ich mich auf die SUMMER zurück, um hier Vorbereitungen zu treffen. Dabei hatte ich durchschlagenden Erfolg. Der freie Platz unter Deck, der durch die Lagerung von zwei Segeln doch schon etwas eingeschränkt war, war innerhalb von kürzester Zeit so vollgestellt, dass man sich fast nicht mehr umdrehen konnte. Wirklich ein Problem. Rüber auf die CESARINA konnte man noch nichts bringen und hier war auch kein Platz mehr zum Arbeiten. Mehr schlecht als recht werkelte ich den lieben langen Tag vor mich hin….ohne dabei das Gefühl zu haben, auch etwas bewegt zu haben.

In der Nacht träumte ich von Kisten und Fächern. Ein ganz besonders unerfreulicher Alptraum ! 🙁 Immer wieder tauchten von irgendwo her Dinge auf, die vorher nicht da gewesen sind. Oder war ich doch schon wach???? Entsprechend gerädert fühlte ich mich auch am nächsten Morgen. Während Dietmar schon dynamisch an die Arbeit ging, wusste ich nicht recht, wo ich anfangen sollte. Zu viele Baustellen – zu wenig Konzept 🙁 Und bis Donnerstagabend sollten wir die SUMMER leer geräumt und am besten auch noch endgereinigt haben. Unmöglich!!!

Unser Stress war ja zugebenermaßen auch selbst gemacht. Schon lange vor der CESARINA hatte sich zum 1. Oktober Besuch auf Madeira angesagt. Deshalb hatten wir ja auch die ganze Hektik. Natürlich freute ich mich wahnsinnig auf den Besuch meiner Mutter, aber unter den Umständen würde das sicher kein entspannter Urlaub werden. Zu viele offene Baustellen und wahrscheinlich auch noch recht viel Chaos unter Deck würde auch für den ersten Eindruck unserer CESARINA nicht besonders vorteilhaft sein. Nach einem Telefonat mit meiner Mutter und einer Erklärung zur Sachlage, hatten wir plötzlich wieder Zeit 🙂 Uns viel ein Stein vom Herzen. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Der Besuch wird dann nachgeholt, wenn wir wirklich eingezogen sind 🙂 Vielleicht auf den Kanaren oder doch erst in der Karibik, wir werden sehen. Jetzt können wir das ganze auf jeden Fall etwas ruhiger angehen lassen und bleiben die nächsten drei Wochen einfach noch hier. Dann segeln wir direkt nach Gran Canaria – so einfach kann alles sein 🙂