Jetzt wird’s ernsthaft

Ostern hat in Spanien nichts mit Hasen, Küken oder Schokoladeneiern zu tun. Hier feiert man die Semana Santa. Dies ist der spanische Begriff für die Heilige Woche, die vom Palmsonntag bis Ostersonntag dauert. Der Ostermontag ist in Spanien kein Feiertag.

Feiern heißt in diesem Fall, dass die gesamte Woche verschiedene Prozessionen statt finden. Die Hauptprozessionen sind in der Regel am Karfreitag. Sie werden von „Hermandades“ genannten Vereinigungen (Bruderschaften) organisiert und durchgeführt.  Zu jeder Prozession gehören mehrere hundert bis zu mehr als tausend Personen.

Die Prozessionen setzen sich meist aus den Pasos (Heiligtümern)  mit ihren Trägern und Begleitern, den Nazarenos und Penitentes ( Büßer) und Musikkapellen oder Trommlergruppen zusammen. Die Büßer gehen oft barfuß, tragen lange Kutten und sind mit der typischen Spitzhaube maskiert, was der Anonymität des Bußakts dient. (frei nach Wikipedia)

So weit die Theorie 🙂 Bevor ich mir persönlich ein Bild der spanischen Osterfeierlichkeiten machten konnte, wollte ich für Dietmar noch einen Hefezopf backen. Ein bisschen deutsche Tradition muss auch hier in Spanien sein 🙂

So machte ich mich gegen ein Uhr auf den Weg nach Adeje. Laut Internet-Recherche wurde hier die Passion Christi in der Altstadt von mehr als 300 Darstellern aufgeführt.

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Ein beeindruckendes Schauspiel vor einer tollen Kulisse, vom dem ich aber dank des Hefezopfes nur den letzten Teil zu sehen bekam.  Schade, aber es ließ sich nicht mehr ändern. Außerdem sollte das Osterprogramm ja noch weiter gehen.

Im Anschluss hatte ich mich nämlich mit Sabine und Joachim von der SY ATANGA in Santa Cruz verabredet. Gemeinsam wollten wir die große Prozession in San Christobal de La Laguna anschauen. In der Altstadt angekommen trafen wir bald auf den ersten Pasos (Heiligtum), dem eine Gruppe von Büßern folgte. Denen liefen wir erstmal hinterher 🙂 und kamen so an die Kathedrale, die Start- und Endpunkt der Prozession war.

Hier konnten wir uns einen Platz in der ersten Reihe sichern und so wunderbar die ganze Prozession verfolgen. Gefühlt war die ganze Stadt mit dabei. Junge und Alte, Männer und Frauen. Überall hing Weihrauch in der Luft und die Stimmung entlang des Weges war feierlich und leise. Auch wenn ich selbst kein besonders religiöser Mensch bin, gefiel mir dieses Aufrechterhalten der Traditionen wesentlich besser als der ganze Kommerz mit Schokoladenostereiern (obwohl man auf die sicher nicht ganz verzichten sollte :-))

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