Ein Wellness-Paket für unsere SUMMER

Die letzten drei Tage waren wir faul, aber nur schreibfaul 🙂 Wie geplant wurde an unserer SUMMER fleißig gewerkelt. Wichtigster Punkt überhaupt auf der „To Do Liste“: Instandsetzung des Radars.

Schon direkt nach dem Frühstück war Dietmar unterwegs, um den Raymarine-Techniker dingfest zu machen. Mit Ricardo, dem Kundenbetreuer vom hiesigen Yachtservice, hatte Dietmar einen neuen Freund ganz nach seinem Geschmack gefunden. Von Anfang an verstanden sie sich blendend und die Gespräche kamen von Hölzchen auf Stöckchen. Als „Fast-Blutsbrüder“ und gute Kumpel teilen die Beiden mittlerweile alles, außer Ehefrauen, Autos, Handys und den Computern. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt.

Als Ergebnis vieler langer Gespräche wurde letztendlich ein umfangreiches Dienstleistungspaket vereinbart. So gaben sich in den nächsten beiden Tagen die Handwerker verschiedener Gewerke auf der SUMMER im wahrsten Sinne des Wortes die Klinke in die Hand und Dietmar war wie früher als Chef wieder ganz in seinem Element. Mittwochabend erschien endlich der RAYMARINE-Techniker, ein sehr netter und vor allem erfahrener Schiffselektroniker. Dieser ließ sich nicht, wie von Dietmar erwartet, direkt in den Mast ziehen. So ein Ärger! Obwohl wir uns alle so sicher waren, dass das Problem sich dort oben in der Radarantenne versteckte. Und es wäre obendrein ja auch sehr praktisch gewesen, denn das Teil hatte noch Garantie.

Doch wie sich dann herausstellte, waren wir alle auf der völlig falschen Fährte. Der Fehler war bei Tests im Hafen nie aufgetreten. Deshalb dachten wir, es liegt an der Schiffsbewegung. Irgendein bewegungsabhängiges Problem in der Antenne, wenn wie so oft auf See, das Radar seinen Dienst quittierte. Dass wir im Hafen immer mit dem Landstrom verbunden waren, während wir getestet hatten, hatten wir gar nicht berücksichtigt.

So wurde unsere SUMMER von der „Land-Steckdose“ getrennt und Dietmar hatte die Aufgabe, möglichst viel Strom gleichzeitig zu verbrauchen, um unsere Batterien mal auf Herz und Nieren zu testen. Bald lief neben Wassermacher und Boiler, Inverter, Autopilot uvm. auch noch der nagelneue Staubsauger. Unser spanischer Stegnachbar war sichtlich begeistert vom deutschen Reinheitswahn und suchte schnellst das Weite.

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So fanden die beiden Herren heraus, dass wir ein Spannungsproblem hatten, denn irgendwo zwischen Batterie und Radar-Antenne ging 1 Volt Spannung verloren. Sobald die Bordspannung unter 12,3 Volt gefallen war, kamen am Radar also nur noch 11,3 Volt an und die Antenne steigt aus. Jetzt musste in mühsamer Kleinstarbeit jedes Kabel und jede Kontaktstelle geprüft und durchgemessen werden. Es dauerte geschlagene zwei Stunden bis sie „die undichte Stelle“ dingfest gemacht. Ein Kontaktfehler in dem erst eineinhalb Jahre alten Sicherungspanel war die Ursache. Äußerlich nicht zu erkennen und in mehr als 90% aller Fälle die Ursache von Problemen mit der Bordelektronik. Eigentlich ja kein Wunder, denn die salzhaltige, feuchte und warme Meeresluft oxidiert die ungeschützten Kontaktflächen und ist dadurch pures Gift für die empfindlichen Bauteile. Aber als man den Fehler dann mal gefunden hatte, war er ganz leicht zu beheben. Positiver Nebeneffekt war, dass wir unser Schiff wieder besser kennengelernt haben und Dietmar eine wertvolle Lehrstunde in Messtechnik und Umgang mit einem Voltmeter bekommen hat. Das wird uns sicherlich in Zukunft noch sehr viel helfen können.

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Jetzt fehlt nur noch der Belastungstest auf See. Doch diesmal sind wir sicher, das Radar-Problem ist Geschichte 🙂

Sehr zufrieden mit dem hervorragenden Service gönnten wir unserer SUMMER noch eine Wellnesskur. Die Decksaufbauten warteten schon seit einiger Zeit darauf, einmal wieder fachmännisch poliert und anschließend mit Hartwachs versiegelt zu werden. Schon allein beim Gedanken an die vielen Ecken und Kanten bekam Dietmar schlechte Laune, denn das ist genau die Sisyphosarbeit, die er so ganz besonders liebt. Zwei Tage Arbeit bei 32°C in der Sonne brauchte der Polierer bis alle Ecken und Kanten gründlich bearbeitet waren und unsere SUMMER wieder im neuen Glanz erstrahlte. Der arme Mann musste sich sogar ein nasses Handtuch auf sein kahles Haupt legen, um in der Sonne nicht zu verglühen. Ich ließ es mir nicht nehmen, persönlich das Teakdeck danach wieder auf Vordermann zu bringen und die Reste vom Poliermittel mit viel Wasser und einem Schwamm Stück für Stück abzuschrubben. Und zum Abschluss bekam unsere Maschine auch noch einen Öl- und Filterwechsel verpasst. Somit war das „SUMMER-Wellness-Paket“ komplett.

So waren ganz schnell drei Tage vergangen, die wir in unmittelbarer Nähe von Porto verbracht hatten, ohne die Stadt selbst zu sehen. Das wollen wir morgen ändern.

 

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