Auf Wiedersehen, Mentor :-(

Bevor wir heute in Richtung der Insel Culatra lossegeln wollten, galt es noch den Kühlschrank aufzufüllen. Denn die nächste Nacht wollten wir vor Anker liegen und an Bord essen. Der nahegelegene Supermarkt bot zwar nicht die üppigen Möglichkeiten der Markthallen, die wir in Portugal und auch in Spanien schätzen gelernt hatten, aber vor dem Verhungern waren wir auf jeden Fall sicher.

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So warfen wir gegen Mittag die Leinen los, machten noch eine kurzen Stopp an der Rezeption, um die Liegegebühren zu bezahlen und waren kurze Zeit später wieder draußen auf dem Atlantik. Die Dünung hatte sich weitgehend beruhigt und es wehte ein angenehm frischer Wind. Die Sonne strahlte vom Himmel und wir kreuzten die Küste entlang Richtung Culatra und genossen es, bei besten Bedingungen zu segeln. Auch unser Besuch schlug sich tapfer und ertrug die ungewohnte Schaukelei mit Fassung.

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Nach einiger Zeit trafen wir auf die SY MENTOR, die mit gleichem Ziel aber näher an der Küste vor uns segelte. Schon war wieder einmal der sportliche Ehrgeiz des Capitanos geweckt und mit optimal getrimmten Segel kamen wir der MENTOR unaufhaltsam immer näher. Zeit für ein weiteres Foto-Shooting, diesmal unter Segeln und bei deutlich besserem Wetter. Zur optimalen Unterhaltung unseres Besuches hatte sich auch noch ein einzelner Delphin in die Nähe unseres Bootes verirrt. Wir genossen sein kurzes Gastspiel und hofften, noch weitere dieser wunderschönen Tiere beobachten zu dürfen.

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Kurz vor der Einfahrt von Culatra zog noch eine dichte Regenwolke über uns hinweg, die ordentlich Wind im Gepäck hatte. Heftige Böen bis 25 Knoten musste Dietmar sicherheitshalber von Hand aussteuern. Aber so schnell wieder Spuk gekommen war, ging er auch wieder vorbei. Nach dem Bergen der Segel motorten wir bis zu dem geschützten Ankerfeld am nordöstlichen Ende von Culatra und fanden einen schönen Platz. Nur der Fluglärm des Flughafen Faro störte das Idyll der fast karibisch anmutenden Insel ein wenig. Die Erkundungstour verschoben wir aber auf den nächsten Tag, denn Segeln macht ja bekanntlich hungrig.

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Schon bald duftete es im Schiff nach Essen und kurze Zeit später ließen wir uns die Grillspieße mit Salat schmecken. Während Fischerboote und die letzten Ausflugboote durch das Ankerfeld pflügten und die SUMMER immer wieder lustig schaukeln ließen, wurde im Salon der SUMMER bis spät in die Nacht hinein „Mau-Mau“ gespielt und geklönt.

In der Nacht zogen einige Regenschauer über uns hinweg und der Wind frischte immer wieder spürbar kräftig auf. Mehrmals scheuchte ich Dietmar zur Kontrolle des Ankers auch bei Regen aus dem Bett, nur um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung war. Besuch an Bord macht mich anscheinend irgendwie nervös. Auf jeden Fall haben wir auch schon ruhigere Nächte verbracht 🙂

Am nächsten Morgen regnete es leider immer noch und erst gegen Mittag konnten wir uns mit dem Dinghi nach Culatra aufmachen. Der kleine Fischereihafen war voll mit zum Teil winzigen Holzbooten und an den Stegen wurden Netze repariert.

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Die Insel hatte sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt, der an der restlichen Küste den Beton- und Bettenburgen zum Opfer gefallen war. Wir durchquerten ein kleines Fischerdorf mit bunten Häuschen und folgten dem befestigten Weg („Straße“ wäre zu hoch gegriffen) auf die andere Seite der Insel. Hier erstreckte sich der helle, einsame Sandstrand auf sieben Kilometern Länge. In den Dünen wuchsen wilde Amaryllis und auch ein Storchenpaar hatte sich auf die Insel verirrt. In der Sonne konnte man herrlich am Strand entlang wandern und Muscheln suchen.

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Da wir aber heute noch weiter fahren wollten (mussten), machten wir uns nach einer Stunde wieder auf den Rückweg. Wieder zurück an Bord hieß es dann „Abschied nehmen“. Waltraud und Wolfgang mussten nach Vilamoura zurück segeln, um ihre Tochter Britta nach zwei Wochen an Bord wieder in den Flieger nach Deutschland zu setzen. Danach werden die Beiden weiter in Richtung Mittelmeer fahren. Von nun an werden sich also unsere Wege trennen. Seit Guernsey waren wir mehr oder weniger gemeinsam unterwegs. Sie werden uns fehlen. Aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben. Darauf freuen wir uns jetzt schon sehr 🙂

Wir gingen Anker auf und wollten heute nach Albufeira segeln. Vorher mussten wir aber noch in der engen Ausfahrt durch sehr unruhiges Fahrwasser fahren, da wir mit ablaufendem Wasser gegen Wind und Welle unterwegs waren. Das bedeutete am Ende, den Gashebel fast ganz durchzudrücken, um so schnell wie möglich, die chaotischen Strömungen und Wellen von allen Seiten zu durchfahren. So gelangten wir dann wieder in tieferes und ruhiges Wasser.

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Raumer (schräg von hinten) Wind von 9-11 Knoten brachte uns entspannt nach Albufeira. Der geschützte Hafen liegt etwas entfernt von der Altstadt und wurde damals in den Felsen hineingesprengt. Wir hatten unseren Liegeplatz direkt an der Hafenpromenade. So hatten wir keine weiten Wege zu laufen. Den Nachteil dieses Platzes entdeckten wir erst im Laufe der folgenden Nacht. Denn auch bei der Hafendisko befanden wir uns in der ersten Reihe und mussten bis halb vier mehr oder weniger leidlich mitfeiern.

 

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