Aller guten Dinge sind drei :-(

Abschiede gehören nicht zu unseren Lieblingssituationen. Aber irgendwie gehören sie zum Seglerleben wie Wasser und Wind. Über drei Monate sind wir zusammen mit der SY VIA gesegelt. Mal mit mehr, mal mit weniger Abstand und haben viel tolle Dinge zusammen erlebt. Jetzt werden sich unsere Wege endgültig trennen. Die Drei machen sich langsam bereit, wieder nach Europa zurückzukehren, während wir unsere Reise nach Kuba fortsetzen. Schon zweimal haben wir Abscheid gefeiert: Das erste Mal auf Bequia und dann letzte Woche in Ponce auf Puerto Rico. Heute würde es dann das dritte Mal sein 🙁 Wir genossen zusammen einen lustigen Abend im Restaurant mit Aussicht auf das Meer. Das Essen war wirklich hervorragend und so einen schön gedeckten Tisch werden wir während der nächsten Tage auf See sicherlich nicht zu Gesicht bekommen. Da wird es wohl wie gewohnt wieder einfach zugehen und das Essen wird auch wieder nicht immer freiwillig auf dem Teller liegen bleiben 🙂
Am nächsten Morgen waren wir um acht Uhr startklar, aber der dominikanische Zoll machte uns einen Strich durch die Rechnung. Dafür war aber die Abfertigung schnell und problemlos und auch nicht mit irgendwelchen weiteren Kosten verbunden 🙂 Nachdem wir so viele negative Dinge über die Ein- und Ausreise in die Dominikanische Republik gehört hatten, waren wir wieder einmal angenehm überrascht.
So winkten wir um halb zehn ein letztes Mal zur SY VIA hinüber und machten uns auf den fast 800 Meilen langen Weg. Das erste Stück des Weges legten wir unter Maschine zurück, da der Wind genau in die Bucht von Samana hineinwehte und somit genau von vorn kam. Aber er war noch nicht besonders stark und es hatte sich auch noch keine unangenehme Welle gegenan aufgebaut. Das Kap umrundeten wir dann unter Segeln, hoch am Wind. Das Meer bereitete uns einen sehr sportlichen Einstieg in unseren Törn und unsere CESARINA, die in der letzten Nacht noch einmal eine ausgiebige Regendusche genommen hatte, war wieder überall mit Salzkristallen verziert.
Schnell fanden wir in unsere Bordroutine zurück. Nachdem die Segel einmal auf den Kurs eingestellt waren, war nicht mehr viel zu tun. Das Steuern überließen wir wie meistens unserer Hydra. So blieb viel Zeit zum Lesen, Kreuzworträtsel raten, Angeln und Schlafen. Am frühen Nachmitag hatten wir den ersten Biss. Ein kapitaler Mahi-Mahi hatte sich an unserem Tintenfischköder versucht. Er liefert sich mit Dietmar einen heftigen Kampf, aber irgendwann hatten wir ihn dann doch an Bord. Mit knapp 120 Zentimeter und ca. 15 Kg Gewicht war er uns deutlich zu groß. Somit durfte er wieder zurück ins Wasser. Wir wollten uns ja nicht die ganze nächste Woche von Fisch ernähren und unser Kühlschrank war für die Überfahrt sowieso schon gut gefüllt. Und einfrieren können wir ihn auf der CESARINA leider auch nicht. So gab es heute wie geplant Gulasch zum Abendbrot, während wir in unsere erste Nacht hineinsegelten.
Während der Nacht hielten uns mehrere Squalls in Atem, die uns eingekreist hatten. Am Horizont konnte man gelegentlich Blitze zucken sehen. Wir waren zwar mittendrin und blieben trotzden völlig unbehelligt. Kein Regen, keine gemeinen Windböen und auch kein Blitz oder Donner zog er uns hinweg. So saßen wir beim großen Kino „nur“ in der ersten Reihe 🙂
Der zweite Tag begann gemütlich. Zusammen frühstückten wir im Cockpit. Während Dietmar sich dann wieder an seinen Angelsachen zu schaffen machte, schmökerte ich noch ein bisschen in unseren Kuba-Reiseführern. Nach dem Mittagessen meldete sich dann endlich die Angel mit ihrem typischen rasselnden Geräusch. Wieder hatte ein Mahi-Mahi angebissen. Dieser war von der Größe her für uns Beide optimal und wenig später waren die Filets im Kühlschank verstaut.
Der Wind wehte wie angekündigt mit bis zu 28 Knoten und wir pflügten durch die See. Anscheinend hatten wir die Segelfläche zu groß gewählt und unserem Autopiloten, der Hydra, damit das Leben zu schwer gemacht. Und zwar so schwer, dass diese irgendwann völlig überhitzt den Dienst quittierte. Segeln zu zweit ohne Autopilot ist zwar möglich, aber doch sehr anstrengend. Da mussten wir uns aber etwas einfallen lassen. Während ich den Job der Hydra übernahm, machte sich Dietmar auf Fehlersuche. Leider wurde er heute nicht fündig 🙁 Gut, dass wir noch eine Alternative hatten. Die Windsteueranlage am Heck der CESARINA haben wir dort ja nicht nur zur Zierde angebracht, aber bis zum heutigen Tage hatten wir eher die einfache Lösung mit dem elektrischen Autopiloten gewählt. Manchmal braucht man ja doch den sprichwörtlichen Tritt in den Allerwertesten, um sich mit neuen Dingen auseinander zu setzen.
Während ich hier unten am Navigationstisch den Blog schreibe, macht „Liselotte“ (der Windpilot) oben einen tollen Job. Da sollte jetzt wirklich besser nichts mehr schief gehen.

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