Der krönende Abschluss

Das Beste sollte man sich ja bis zum Schluss aufheben. Nachdem wir Porto die letzten Tage auf unterschiedliche Art und Weise genossen hatten – zum Beispiel die Altstadt mit Kunst und Kultur oder die guten Einkaufsmöglichkeiten in Hafennähe – wollten wir uns heute mal ausgiebig mit dem Thema Portwein auseinander setzen.

Waltraud und Wolfgang von der SY METHOR hatten schon vorab verschiedene Portweinkellereien ausgekundschaftet und für unseren Besuch die Besten ausgewählt. Aber zuerst ging es zu einer letzten Fotozession an den Fluss Douro gegenüber der Altstadt. Hier haben die Portweinkellereien (natürlich zu Werbezwecken) alte oder nachgebaute Barken liegen, die früher zum Transport der Portweinfässer von den Weingütern zu den Kellereien in Porto benutzt wurden. Nachdem dieses dekorative Motiv in unzähligen Varianten auf Speicherkarte gebannt war, wurde es dann ernst.

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Nicht Calem, Sandemann oder Croft wollten wir besuchen, da sich die großen Kellereien in der Vorauswahl eher unpersönlich und auf größere Touristenmengen ausgerichtet gezeigt hatten. Wir machten uns auf den Weg zur Kellerei „Churchill“. Etwas oberhalb der Uferpromenade gelegen war das Gebäude von außen eher unscheinbar. Drinnen wurden wir aber sehr freundlich empfangen. Da gerade eine Führung in französischer Sprache begonnen hatte, durften wir den ersten Portwein schon vor dem Rundgang verkosten: ein zehn Jahre alter weißer Portwein „Extra Dry“. Das war schon mal das erste tolle Geschmackserlebnis 🙂

Dann wurde es lehrreich. Im Weinkeller erfuhren wir zuerst etwas über die Geschichte des Hauses Churchill und dann etwas über Portwein im Allgemeinen. So werden die Trauben auch heute noch von Hand gelesen. Und zwar im Normalfall von Frauen, die die gefühlvolleren Pflückerinnen sind und Schäden an den Trauben vermeiden (Wen wundert das:-)?). Oder wusstet Ihr, dass ein Portweinfass immer erstmal ein normales Weinfass war (so fünfzig Jahre lang) und eventuell auf der Karriereleiter noch weiter aufsteigen kann, und dann ein Whiskeyfass werden kann? Oder, dass Portweine entweder im Fass oder in der Flasche reifen können? So erfuhren wir viele Dinge über Portwein und genossen einen toller und informativer Rundgang.

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Dann ging es endlich weiter mit der Probe und auch die beiden anderen probierten Weine waren ein echter Genuss. So brüteten wir über der Karte: Was sollten wir mitnehmen? Zur Entscheidungsfindung mussten wir dann aber doch noch einen weiteren Wein probieren. Nach reiflicher Überlegung wanderten verschiedene Sorten Portwein in unsere Rucksäcke. Wir gönnten uns ein ganz besonderes Highlight. Einen in der Flasche gereiften Vintage-Portwein des Ausnahmejahrganges 2011. Im Moment ist er noch viel zu jung, um ihn zu genießen. Aber wenn ich dann offiziell das Rentenalter mit 67 Jahren erreicht habe, sollte er optimal sein 🙂

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Nachdem wir die ganzen wertvollen Einkäufe verstaut hatten, sollte es per Fahrrad zurück zum Hafen gehen. Ob dieses Fortbewegungsmittel in unserem Zustand die optimale Wahl war? Wir waren schon ziemlich guter Stimmung.  Und nach dem Einkauf hatte man uns zum Abschluss noch einen weiteres Gläschen Portwein spendiert. Gut, dass wir nicht in eine Polizeikontrolle geraten sind! Wir hätten uns ja in Portugiesisch nicht mal rausreden können. Letztlich gelangten wir aber schnell (besonders Dietmar, der ungebremst den Berg hinunter schoss) und unfallfrei zurück zum Boot und auch die wertvolle Fracht lagert schon sicher in der Bilge. Schauen wir mal, wie lange sie dort bleibt 🙂

Nach einer schnell zubereiteten Notfall-Portion Nudeln mit Pesto waren wir auch genauso schnell wieder fit. Den restlichen Abend nutzen wir für unsere Reisevorbereitungen. Auch wenn der Wind sich immer noch nicht sehen lässt, wollen wir morgen nach Lissabon aufbrechen. Vielleicht finden wir ihn da draußen irgendwo, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben.

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