Auf in den Kampf gegen die Bürokratie

Am Montagmorgen begann der „Büroalltag“ auf der SUMMER. Knapp vier Tage Zeit, um viel zu erledigen!  Während Dietmar sich mit der technischen Seite der CESARINA beschäftigte, bekam ich die Behördengänge wegen der Ummeldung auf`s Auge gedrückt.

Eine Yacht, die länger als 15 Meter ist, muss zwingend ins Seeschiffregister eingetragen werden. Das Seeschiffregister ist mit einem Grundbuch für Immobilien vergleichbar. Und genauso offiziell wie es ist, so langwierig ist das Prozedere auch 🙁

So beginnt die Prozedur in Deutschland erst, wenn alle Unterlagen im Original dem entsprechenden Amtsgericht vorliegen. Vorher geht leider gar nichts 🙁 Die Liste der benötigten Dokumente ist zwar nicht sehr lang, hat es aber in sich:

  • Der Antrag auf eine Eintragung ins Seeschiffregister – Kein Problem, den kann man im Internet herunterladen
  • Eine beglaubigte Kopie des Personalausweises oder Reisepasses – das hatten wir letzte Woche in Faro erledigen können 🙂
  • Der Kaufvertrag – das war jetzt auch nicht schwierig

Alle bisher aufgeführten Dokumente konnten wir selbst irgendwie beschaffen, bei den letzten zweien aber waren wir wieder auf Behörden und Ämter angewiesen. So fehlte noch:

  • Der Schiffmessbrief des BSH in Hamburg – war dann doch nicht so zeitaufwändig und kompliziert wie erwartet. Nach zwei netten Telefonaten und ein paar Emails wird der Schiffsmessbrief nach ca. einer Woche Bearbeitungszeit direkt ans entsprechende Amtsgericht geschickt. Sehr schön, so soll das sein 🙂
  • Die verbindliche Austragung aus dem niederländischen Schiffsregister – die gute Nachricht: Sie schicken die Unterlagen auch direkt ans Amtsgericht, die schlechte Nachricht: Es dauert ca. vier Wochen 🙁

Das sah eindeutig nach eine Zwangspause aus 🙁 Denn alle weiteren organisatorischen Dinge können erst nach der Eintragung ins Register erfolgen.

So begann ich schon einmal den Umzug zu planen 🙂 Nach und nach verpackte ich die Lebensmittel aus den diversen Schapps in Plastikkisten. Dann war schon mal alles sortiert (mehr oder weniger) und es würde nachher schneller gehen. Mit der Zeit wurde mir schon etwas bange. Unsere SUMMER entpuppte sich immer mehr als ein Raumwunder. Für die Altantiküberquerung muss ich gefühlt nur noch frische Lebensmittel einkaufen 🙂 Den Rest habe ich jetzt schon an Bord 🙂 Wo genau ich das alles auf der CESARINA unterbringen soll??? Ich habe noch keine wirklich gute Idee 🙂

Dietmar kümmerte sich in der Zeit darum, die technische Ausrüstung unserer neuen Lady auf Stand zu bringen. Eigentlich ist die Formulierung etwas irreführend 🙂 Auf Stand ist das Schiff schon. Wir haben keine Bedenken, sie mit der aktuellen Ausstattung von den Azoren über 900 Seemeilen zum portugiesischen Festland zu segeln. Aber auf Dauer gibt es schon noch einige Dinge, die wir auf Dauer ändern wollen 🙂

Ganz oben auf der Wunschliste steht ein Wassermacher. Dietmar hat das gleiche Modell gewählt, das wir auch schon auf der SUMMER zu unserer größten Zufriedenheit über 16 Monate ohne Störungen betreiben. Nur, dass der Wassermacher von der H2O-Factory jetzt eben auf 24 Volt laufen wird.  Das Gerät wird uns hoffentlich dann schon erwarten, wenn wir hier in Vilamoura um den 20.ten September herum wieder ankommen. Die Seeventile für die den Zulauf und Ablauf des Seewassers sind erfreulicherweise schon vorhanden und ein entsprechendes Plätzchen im Vorschiff haben wir für das gute Stück auch schon gefunden.

Direkt an zweiter Stelle folgt das SSB Radio (See und Amateurfunk) mit PACTOR 4 Modem. Dietmars Lieblingsspielzeug 🙂 Immerhin gibt es auf der CESARINA schon eine Achterstag-Antenne. Alles was fehlt, ist wohl schon auf dem Weg aus Deutschlang nach Portugal. Die finale Installation soll dann Jörg Drexhagen von YACHTFUNK.com auf den Kanaren machen. Mit seiner letzten Installation waren wir mehr als sehr zufrieden.

Last but not least haben werden wir auch einen neuen Satz Segel von NORTH SAILS bekommen. Da es keine genauen Maße von dem Rigg der CESARINA gibt wird extra ein Segelmacher aus Belgien zu den Azoren, um das genaue Aufmaß zu nehmen. Damit ist aber auch die Liste der notwendigen Dinge vor dem Törn in die Karibik schon so ziemlich vollständig.

So kann ein Teil zum nächsten, wenige größere Wünsche, viele Kleinigkeiten und bald waren die vier Tage verflogen 🙂 Sehr erfolgreich, wie wir fanden. Jetzt war es an der Zeit, mal wieder etwas zu relaxen.

 

 

2 Gedanken zu „Auf in den Kampf gegen die Bürokratie

    1. Die Windpilot ist natürlich auch schon im Zulauf Langfahrt ohne Windfahne geht ja mal gar nicht. Spart Energie und schont die Mechanik immens.

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